Ortstermin in der Wismarer Straße

Zaun-Blockade vor Gericht

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Eingemauert: Das Gartentor von Joachim Quaiser bleibt wohl weiterhin vom grünen Metallzaun der Nachbarn blockiert.

Nieder-Roden - Im Nieder-Röder Zaunstreit hat Amtsrichter J. Wippich dem Ehepaar Quaiser keine Hoffnungen gemacht. Es sei zwar ärgerlich, dass die Nachbarn das Gartentor der Quaisers mit einem Zaun blockiert haben. Dies stelle aber keine unzumutbare Härte dar.

Folglich bleibt das Tor weiterhin wohl versperrt. Joachim und Brigitte Quaiser wohnen seit 1983 im Reihenmittelhaus an der Wismarer Straße 3. Gebaut wurde die Hauszeile 1964. Das Eigenheim der Quaisers und das ihres Nachbarn Uwe Fritsch hat keinen Ausgang aus dem Garten. Nie war es ein Problem, dass die Quaisers und ihr Nachbar sich ein Türchen in ihren Gartenzaun gemacht hatten und zum Beispiel Grünschnitt oder Biomüll aus ihren Gärten über das Gelände der Nachbarhäuser am Leipziger Ring 2-6 trugen, um ihn dann zum Abtransport in den Kofferraum ihrer Pkw zu laden. Seit einem Eigentümerwechsel in den Blocks am Leipziger Ring ist das nicht mehr möglich. Die Eigentümergemeinschaft hat im Oktober 2016 auf der Grenze zu den Reihenhausgärten der Quaisers und ihres Nachbarn einen grünen Metallzaun setzen lassen. Seither sind die Gartenausgänge blockiert. Der Anlass dafür ist bis heute nicht bekannt.

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Ihren Grünschnitt müssen die Betroffenen seither durchs Haus nach draußen tragen, die Fahrräder durchs Wohnzimmer auf die Gasse schieben. Nachdem Einigungsversuche scheiterten, bemühte der Anwalt der Quaisers Ende 2016 das Amtsgericht Seligenstadt. Er beantragte den Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen die Wohnungseigentümer vom Leipziger Ring. Der Jurist berief sich auf das seinen Mandanten einst mündlich zugesicherte Wegerecht und wollte die Wohnungseigentümer verpflichtet sehen, den Zaun abzubauen. Dieses Wegerecht sei gegen die Zustimmung zum Bau von drei Garagen auf der Grenze zwischen Reihenhausgärten und Wohnblockgrundstück am Leipziger Ring erteilt worden. Ein schriftlich eingetragenes Wegerecht gibt es allerdings nicht – nur lose Absprachen. Unter anderem mit den Bauherren und früheren Besitzern der Blocks, dem Siedlungswerk W. Werner.

Jetzt war in der Wismarer Straße 3 Ortstermin mit Richter J. Wippich. Teil nahmen die Eheleute Quaiser (mit Anwalt), Uwe Fritsch und die Anwältin der Hausverwaltung der Eigentümergemeinschaft (Foncia Rhein-Main GmbH). Richter Wippich verwies auf die gültige Rechtsprechung. Demnach bestehe ausschließlich bei unzumutbarer Härte ein Anspruch auf zum Beispiel ein Notwegerecht. Dies sei hier aber nicht der Fall. Es sei zwar ärgerlich und eine Erschwernis für die Quaisers, dass sie ihren Grünabfall jetzt nicht mehr durch ihren Garten über das Nachbargrundstück entsorgen könnten, aber unzumutbar sei dies nicht. Schon gar nicht mindere diese Erschwernis den Wert des Grundstücks bis zur Unverkäuflichkeit. Auch den Einwand von Uwe Fritsch, dass bei Bauarbeiten an seiner Terrasse der Bauschutt demnächst durchs Wohnzimmer entsorgt werden müsse, ließ der Richter nicht gelten. Auch dies sei zumutbar. Die Entscheidung des Gerichts ergeht am 20. April. (bp)

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Quelle: op-online.de

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