Nitrat auf Null bis 2015

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Prof. Tamás Harrach erläutert das Bodenprofil eines Getreidefeldes in Dudenhofen.

Dudenhofen - (eh) Neue Informationen zur grundwasserschonenden Landwirtschaft erhielten Bauern aus Rodgau und Umgebung beim zehnten Feldtag der Nitrat-AG in Dudenhofen. In dieser Arbeitsgemeinschaft ziehen Landwirte und Wasserversorger an einem Strang.

Das, was erreicht worden ist, kann sich auf jeden Fall sehen lassen“, lobte Kreis-Umweltdezernentin Claudia Jäger. Als freiwilliger Zusammenschluss sei die Nitrat-AG auch künftig gefragt: „Die Probleme werden ja nicht kleiner, sie werden eher größer und verändern sich.“ Als Beispiel dafür nannte Jörg Hüther vom hessischen Umweltministerium die neue europäische Wasserrahmenrichtlinie, die „eine völlig neue Dimension des Gewässerschutzes“ darstelle. Das ehrgeizige Ziel, den Nitratgehalt im Grundwasser auf Null zu senken, ist laut Hüther bis zum Jahr 2015 keinesfalls erreichbar. Ob eine Fristverlängerung bis 2027 ausreiche, bezeichnete er als „fraglich“.

Landwirte und Wasserversorger sind in Rodgau auf einem guten Weg. „Wir sind verantwortlich für das Lebensmittel Nummer 1“, appellierte Bernd Petermann vom Zweckverband Wasserversorgung (ZWO) an die gemeinsame Verantwortung. Die seit 1998 abgeschlossenen Kooperationsvereinbarungen seien der richtige Weg.

Am Feldtag überzeugten sich die Bauern von den Auswirkungen verschiedener Formen der Stickstoffdüngung. Als vorteilhaft habe sich erwiesen, nur einmal in der Vegetationsperiode zu düngen, berichtet Christoph Puschner vom ZWO. Eine weitere, aktuelle Erkenntnis: „Da, wo kein Schwefel gedüngt wurde, konnten die Pflanzen diesmal nicht so gut wachsen.“ Fundierte Aussagen über den Ertrag könne man aber erst nach der Ernte machen.

Interesse in der regionalen Fachwelt fand auch der neue Sortenversuch von Karl-Heinz und Beate Mahr mit unterschiedlichen Roggensorten. Professor Tanás Harrach vom Institut für Bodenkunde und Bodenerhaltung der Uni Gießen erläuterte die Eigenschaften der Rodgauer Böden: Mit seinem hohen Anteil an Sanden und Kiesen könne der Boden nur wenig pflanzenverfügbares Wasser speichern. Getreidesorten müssen also auch Trockenheit aushalten.

Quelle: op-online.de

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