Noch keine Sorge um Müllgebühr

Rodgau (eh) ‐ Die Müllabfuhr ist für die Stadt Rodgau in diesem Jahr ein Zuschussbetrieb. Erste Stadträtin Hildegard Ripper beziffert das Defizit auf rund 676 000 Euro. Dennoch rechnet sie nicht mit höheren Müllgebühren.

Eigentlich sollten Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen sein. So will es die Kommunalaufsicht und so stand es ursprünglich auch im Haushaltsplan. Doch es kam anders. Weil die Bürger kleinere Mülltonnen bestellt haben und mit der Mülltrennung Ernst machen, fehlt der Stadt fast ein Fünftel der kalkulierten Einnahmen. Nur rund 2,6 statt 3,2 Millionen Euro fließen an Gebühren in die Kasse. Dieser Betrag ist geschätzt, weil die Zahl der kostenpflichtigen Zusatzleerungen erst am Jahresende feststehen wird. Außerdem ist der Verkaufspreis für Altpapier abgesackt - auch das bedeutet weniger Einnahmen für die Stadt. Unter dem Strich fehlen 766 000 Euro.

Der Rückgang der Restmüllmengen kann dieses Minus nur teilweise ausgleichen. Die Kämmerin fütterte ihre Zuhörer am Montag im Stadtparlament mit vielen Zahlen. Die Biotonne zahlt sich demnach aus: Durch konsequente Mülltrennung haben die Bürger die Entsorgungskosten in diesem Jahr um 320 000 Euro gesenkt (siehe Kasten). Bei rund 7 700 Biotonnen in Rodgau - jeder zweite Haushalt hat eine - lässt sich der Effekt ausrechnen: Jeder, der mitmacht, spart durch das Aussortieren von Kaffeesatz und Kartoffelschalen 41,50 Euro im Jahr.

Weiterer hoher Kostenfaktor: Beratungs-Callcenter

An einmaligen Kosten schlagen neben dem Tonnentausch (90 000 Euro) vor allem externes Personal und Beratungsdienstleistungen zu Buche: 154 000 Euro. Dazu zählt unter anderem das Callcenter, das die Mülltonnenbestellungen und die Vielzahl an Bürgerbeschwerden entgegennahm. Die Stadtverwaltung war dem Ansturm an Telefonanrufen nicht gewachsen gewesen. Bündnis 90/Die Grünen haben diesen Kostenposten letzte Woche zum Gegenstand einer Anfrage an den Magistrat gemacht. Sie wollen unter anderem erfahren, welche Leistungen für dieses Geld erbracht wurden.

Biomüll ist billiger

Seit Einführung der Biotonne am Jahresanfang sind die Restmüllmengen stark zurückgegangen. Für die Müllverbrennung muss die Stadt nun rund 620 000 Euro weniger bezahlen. Transport und Verwertung des Bioabfalls kosten rund 300 000 Euro. Unter dem Strich steht eine Ersparnis von 320 000 Euro.

Trotz des Zuschussbedarfs von rund 676 000 Euro in diesem Jahr hofft Erste Stadträtin Hildegard Ripper, vorerst ohne höhere Müllgebühren auskommen zu können. Aus den Jahren 2007 und 2008 erwartet sie noch Überschüsse, die sie dagegenrechnen kann. Das verbleibende Defizit könne man auf die folgenden vier Haushaltsjahre verteilen, in denen keine Anlaufkosten mehr anfallen. „Lassen Sie uns erst mal ein ganzes Jahr abwarten“, sagte Ripper am Montagabend gegenüber unserer Zeitung. Erst dann sei es sinnvoll, die Kosten und Gebühren neu zu kalkulieren. Der Vertrag mit der Entsorgungsfirma Remondis laufe fünf Jahre.

Quelle: op-online.de

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