Note „6“ für Auto-Kurzstrecken

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Lautstark und nicht zu übersehen: Sechstklässler zeigen Kurzstrecken-Autofahrern die Rote Karte.

Nieder-Roden ‐ Müssen Eltern ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schultür fahren? „Nein“, meinten Sechstklässler der Heinrich-Böll-Schule und zeigten gestern Autofahrern die Rote Karte: Für Kurzstrecken mit dem Auto gibt‘s die Note „6“. Von Ekkehard Wolf

„Ich hole meinen Sohn vielleicht zwei Mal im Jahr ab“, rechtfertigte sich eine Mutter aus Seligenstadt, nahm aber die Rote Karte dennoch gern an: „Ihr habt ja Recht.“ Eine andere Mutter, aus Hainburg, sieht keine Alternative zum Autofahren: Mit Bus und Bahn wäre ihr Kind morgens eine Stunde unterwegs.

Derart weite Schulwege haben Grundschüler nicht: Ein Grund für die benachbarte Gartenstadtschule, sich ebenfalls am landesweiten „Tag der Nachhaltigkeit“ zu beteiligen. Bei einer einmaligen Aktion soll es nicht bleiben. Mit einem Belohnungssystem will die Grundschule die Kinder dazu motivieren, zu Fuß zu gehen.

Sowohl die Gartenstadt- als auch die Heinrich-Böll-Schule (HBS) haben ihre Schüler befragt, wie sie den Schulweg zurücklegen. Aus der HBS liegen die Ergebnisse schon vor. Demnach werden nur acht Prozent der Fünft- bis Zehntklässler im Auto zur Schule chauffiert. 35 % gehen zu Fuß, 29 % fahren mit der S-Bahn und 18 % mit dem Fahrrad. Zehn Prozent nutzen den Bus oder andere Verkehrsmittel.

Aus den Gesprächen mit Eltern am Autofenster nahmen die Lehrerinnen Gabriele Rackensperger und Petra Carbon gestern Mittag eine Vielzahl an Informationen mit. So begründete ein Vater seine täglichen Taxidienste mit der Gesundheitsgefahr durch zu schwere Schulranzen. Andere Eltern holen ihre Kinder mit dem Auto ab, weil mittags kein Bus an der Schule hält.

Quelle: op-online.de

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