Aktion „Offene Gärten“ findet viele Bewunderer

Freiluftplätze sind immer im Wandel

+
Die badende Dame im Teich ist eine von mehreren liebevoll gestalteten Keramikarbeiten von Gartenbesitzerin Margarethe Krause, die sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen.

Rodgau - „Was braucht man mehr zum Glück als ein gemütliches und schattiges Plätzchen im Grünen, wenn der Teich leise vor sich hin plätschert und man sich ganz in der Natur verlieren kann?“ Diese Frage stellten sich gleich mehrere Besucher im Garten von Margarethe und Werner Krause.

Auf rund 120 Quadratmetern stehen in Dudenhofen im Garten von Margarethe und Werner Krause Natürlichkeit und Gemütlichkeit im Vordergrund. Eingefasst von Büschen und Bäumen beeindruckt die kleine grüne Oase mit mehreren Sitzplätzen, einem Teich und zahlreichen liebevollen Details. „Das ist einfach so geworden im Laufe der Zeit“, erklärt Margarethe Krause, nichts davon sei geplant. Nach und nach habe man den klassischen Hausgarten einfach umgestaltet.

Auf besondere Wertschätzung stießen auch die vielen getöpferten Figuren, die zum Teil von ihr selbst, zum Teil von weiteren Kursteilnehmern der Volkshochschule Obertshausen stammen. „Das ist bisher der schönste Garten“, erklärte eine Besucherin am Nachmittag euphorisch. Auch die Verbindung mit Kunst und Kunsthandwerk fand viele Bewunderer. Oft fielen die Kunstobjekte ohne besonderen Hinweis kaum auf, so gut fügten sie sich in ihre Umgebung ein.

„Sie haben es so schön hier!“, lobten die Besucher im Garten von Irmela und Manfred Werner. Der Begriff „Neid“ war an diesem Tag positiv besetzt, denn hinter den Gärten steckt jede Menge Arbeit. „Aber Garten ist eine Leidenschaft, da sieht man die Arbeit nicht so“, erklärte Irmela Werner. Und das Mitnehmen von Ideen oder Anregungen sei ja gewollt. Ihren rund 700 Quadratmeter großen Garten in Rollwald bezeichnet sie liebevoll als Urwald, denn dort wächst vorrangig das, was sich selbst aussät und verbreitet.

Preise gibt es bei unserem Garten-Wettbewerb zu gewinnen

Auch wenn die Natur das bestimmende Element ist, wirkt der Garten keineswegs unordentlich oder ungepflegt. Zwischen einer Gartenlaube mit offenem Kamin und anderen Sitzgelegenheiten findet sich auch noch ein Kräutertisch, denn Kochen ist ein anderes Hobby der Gärtnerin. In den 63 Jahren, in denen sie hier schon lebt, hat der Garten immer mal wieder einen anderen Charakter bekommen. Dabei hat die Leidenschaft bereits früh angefangen. „Ich habe als Kind schon gerne im Garten gespielt“, erinnert sich Irmela Werner. Nun ist sie stolz auf ihr „Wohnzimmer im Freien“. Dazwischen präsentierten Gertrud Stemper ihre Steinskulpturen und Monika Klaucke ihre Malerei.

Zum ersten Mal dabei war Rainer Oczko mit seinem 1100 Quadratmeter großen Garten in Nieder-Roden. „Der Garten ist erst jetzt vorzeigbar“, erklärte er selbstkritisch, bekam für die liebevolle Gestaltung aber jede Menge Lob und Anerkennung. Noch sei es etwas komisch, dass so viele fremde Menschen durch den eigenen Garten spazieren, gab Oczko am Nachmittag zu. Aber die vielen Besucher, netten Gespräche und das positive Feedback hätten ihn sehr überrascht. Zwar hatte er vor knapp zehn Jahren den entscheidenden Anstoß zum Tag der offenen Gärten gegeben, konnte sich aber erst in den vergangenen Jahren gemeinsam mit seiner Ehefrau dem eigenen Garten widmen.

Einblicke in Offene Gärten (2011)

Pittoreske Einblicke in „Offene Gärten“

Rainer Oczko, der sich auch beruflich seit 30 Jahren der Gartengestaltung widmet, hat als Exoten so genannte Sommerblüher gepflanzt. Wenn alle anderen Pflanzen längst verblüht sind, erstrahlen diese Gewächse in leuchtenden Farben. So etwa der Mönch-Pfeffer oder der Seidenbaum, der auch „Schlafbaum“ genannt wird, weil er abends seine Blätter zusammenklappt.

„Das Faszinierende ist, dass hier niemals etwas fertig ist, sondern es sich immer weiterentwickelt“, erklärt Oczko zwischen Ikebana-Kunst und seinem Schwimmteich, warum die Gartenwelt auch nach so vielen Jahren ihren Reiz nicht verloren hat. Bei der schier unerschöpflichen Vielfalt an Pflanzen und Materialien wolle er zudem immer wieder etwas Neues entdecken.

pep

Quelle: op-online.de

Kommentare