Tag der offenen Gärten

Blick in blühende Paradiese

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Die offenen Gärten bieten auch Gelegenheit zum Fachsimpeln in zwangloser Runde. Aus einer reizlosen Wiese haben Jacqueline und Sven Paulick einen Blütentraum gemacht.

Rodgau - Einfach mal bei fremden Leuten in den Garten gehen - in Rodgau ist das einmal im Jahr nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Seit der Premiere vor zehn Jahren findet die Aktion „Offene Gärten“ immer mehr Freunde.

20 Hausgärten in allen Stadtteilen lockten am Wochenende Besucher an. Daumen hoch, am besten den grünen. Schon die erste Station nötigte Bürgermeister Jürgen Hoffmann und seiner Ehefrau Nicole Schütt Bewunderung ab. Ihre Rundreise am frühen Samstagabend begannen sie bei einer guten Bekannten: Annemarie Jonas, früher Ortsvorsteherin in Weiskirchen, hatte in ihrem Pflanzen- und Vogelparadies an der Seligenstädter Straße jede Menge Besuch und fachsimpelte mit ihren Gästen eifrig über ökologischen Gartenbau. In Sachen Natur macht der Hausherrin so schnell niemand etwas vor. Überall zwischen Stauden, Sträuchern, Blumeninseln und kleinen Teichen voller Fische, Frösche und Molche finden Kleintiere Unterschlupf und Nahrung. Optische Akzente von der Patchwork-Künstlerin Jutta Seib verstärkten den harmonischen Gesamteindruck noch.

Ein kleines Raumwunder ist Terry Grell (im Bild) und seiner Frau Petra in ihrem Reihenhausgarten gelungen.

Dass Kunst im Garten gut zu Gartenkunst passt, ist in Rodgau gleichsam eine Binsenweisheit. Von Anfang an sind regionale Künstler mit ihren Werken in die stadtweite Aktion integriert. Bei Irma und Theo Beyerle am Jügesheimer Westring gab die Hausherrin selbst mit ihren Blüten-Aquarellen kreative Impulse. Als „wilde Ordnung“ beschreiben die Beyerles ihre Oase, in der es dekoratives Totholz zwischen wucherndem Farn, einen Teich mit Seerosen, Kakteen, Bonsais und ein Moorbeet mit fleischfressenden Pflanzen gibt. Bienenzüchter Arnold Werner vom Imkerverein Maingau hatte handgemachten Honig und jede Menge Wissenswertes über die nützlichen Insekten mitgebracht.

Ganz anders frönen Walter und Iris Vogl in Dudenhofen ihrem Gärtnerhobby. Exakt und ordentlich sind Beete, Pflanzinseln und Rabatten angelegt. Im achten Jahr dabei, haben die Vogls viel experimentiert, immer wieder neue Stauden und Gehölze gesetzt. Jetzt dominiert in ihrem Hausgarten an der Rheinstraße asiatischer Stil. Noch deutlicher ausgeprägt ist die Anlehnung an japanische Gartenkultur bei Familie Grell an der Käthe-Kollwitz-Straße in Jügesheim. In dem nur 60 Quadratmeter großen Reihenhaus-Garten ist Terry und Petra Grell ein Kunststück gelungen: Ein Teich mit Brücke und eine große Terrasse finden Platz, ohne dass der Eindruck von Enge entsteht. Eindruck macht auch die Auswahl der Gehölze: Neben Bambus gibt es Glanzmispel, Tulpen- und Trompetenbaum.

Tag der offenen Gärten in Rodgau: Bilder

Staunen durften die Besucher, viele davon wie der Bürgermeister auf Rundreise, auch bei Familie Paulick in Hainhausen. Binnen acht Jahren haben Jaqueline und Sven Paulick eine vorher reizlose Grasfläche in ein blühendes Paradies verwandelt, besonders die Vielfalt ihrer Rosenstöcke machte Eindruck. Aufbauarbeit leisten mussten auch Jutta und Norbert Koser in Jügesheim: Ihren englischen Landhausgarten an der Babenhäuser Straße – komplett mit Cottage und Triumph-Oldtimer im Schuppen – gibt es zwar schon lange, im vergangenen Jahr aber fielen Wühlmäuse über Klein-Britannien her. Unlängst warf zudem ein Sturm eine mächtige Wildrose um und richtet reichlich Schaden an, von dem am Samstag aber nichts mehr zu sehen war.

Wie mehrere andere Gärten war Kosers fleißig und entschlossen reparierte Familien-Oase nur am Samstag zu sehen, andere Gärten öffneten nur am Sonntag oder an beiden Tagen. Bei Deichmanns am Eppertshäuser Weg in Dudenhofen fand am Sonntag sogar ein Serenadenkonzert statt.

Wer glaubt, etwas Schönes oder gar Wichtiges verpasst zu haben, bekommt eine zweite Chance: Aus den mutmaßlich zahlreichen Fotos, die Gartenbesucher am Wochenende geschossen haben und bis zum 15. September per E-Mail an info@offene-gaerten-rodgau.de schicken, sollen Collagen zusammengestellt und veröffentlicht werden. Später werden sie zugunsten von Gartenprojekten in Rodgauer Schulen und Kindertagesstätten versteigert oder verlost. (zrk)

Quelle: op-online.de

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