„Offene Gärten“

Einblicke in grüne Oasen der Rodgauer

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„Ein bis zwei Arbeitstage pro Woche macht der Garten Arbeit“, sagt Wolf-Dieter Groß. Im Garten der Familie Groß hatte Renate Schneider ihre Keramiken ausgestellt, die wunderbar zu dem Gesamtbild passten.

Rodgau - Manche Gärten sind, versteckt hinter hohen Zäunen und Mauern, wahre Schätze. Mit den zum sechsten Mal organisierten „Offenen Gärten“ öffneten 14 dieser Schätze ihre Pforten für Gartenfreunde. Zum ersten Mal dabei war Familie Werner aus Rollwald.

Auch dort ist von außen nicht zu erkennen, was einen beim Betreten des Gartens erwartet. Ein altes Holzschild steht, wie zufällig in der Nähe des Eingangs. „Welcome to my garden“ steht auf dem Schild. Wenige Meter zieht eine Frauenbüste Blicke an. Sie wirkt antik, eine leichte Patina aus Moos wirkt so, als ob der Garten sie vereinnahmt habe.

Irmela Werner begrüßt ihre Gäste, bietet gleich etwas zu Trinken an. Rund 700 Quadratmeter ist das Grundstück groß - viel Platz, um einen schönen Garten zu gestalten. Dabei sieht das alles eher zufällig aus, nicht angelegt. Der Garten steckt voller Überraschungen. Versteckt hinter Sträuchern ist ein kleiner Springbrunnen zu entdecken. Auf der anderen Seite eine Sitzgruppe - zwei Stühle, ein Tisch, hübsch dekoriert. Auch das zeichnet diese wunderschöne Anlage aus - sie bietet viele Möglichkeiten, sich niederzulassen, zu entspannen und die Natur zu genießen.

Garten als Gesamtkunstwerk

Der ganze Stolz von Irmela Werner ist der neue Strandkorb. „Da kann man auch im Herbst, wenn es schon kühl ist, noch wunderbar sitzen“, sagt sie. Etwas weiter haben die Werners eine Laube geschaffen, überdacht, gemütlich, mit einem offenen Kamin. „Wir haben 1994/95 mit dem Garten begonnen“, erzählt Irmela Werner. Fast alles wurde herausgerissen und nach und nach entstand dieses Gesamtkunstwerk.

Zwischen Sträuchern und Büschen hat Ute Klein ihre Bilder platziert. Sie ist Hobbykünstlerin, hat sich das Malen selbst beigebracht. „Ich habe keine festen Motive“, sagt sie. Sie malt einfach das, wonach ihr gerade ist. Auch sie ist das erste mal bei den „Offenen Gärten“ dabei.

Von Anfang an bei den offenen Gärten engagiert sind dagegen Susanne und Wolf-Dieter Groß. Vor ziemlich genau zehn Jahren haben sie begonnen den Garten zu verwandeln. „Wir haben alleine rund 20 Bäume gefällt“, sagt Wolf-Dieter Groß. Diese hatten für so viel Schatten gesorgt, dass eigentlich nichts anderes mehr wuchs. So manche Baumart gehörte zudem zu den eher durstigen, was bei dem sandigen Boden zu Wassermangel bei anderen Pflanzen führte.

„Offene Gärten“: Bilder aus 2011

Pittoreske Einblicke in „Offene Gärten“

Heute gibt es kaum noch Bäume. Dafür drei Teiche. Einer, etwas versteckt inmitten duftender Blumen, ist die Babystube für Frösche. Derzeit tummeln sie sich noch als Kaulquappen im Wasser. Ein großer Hochteich wenige Meter weiter beherbergt dagegen die Goldfische. Nur die Seerosen wollen noch nicht so recht. „Das ist ein Naturgarten“, erklärt Susanne Groß. Die Pflanzen dürfen durch den Garten wandern, wie sie sagt. Sie greift nicht ein, wenn sie sich vermehren und neue Plätze suchen. „Nur wenn sie andere Pflanzen bedrängen fliegen sie raus.“

Ute Klein zeigte im schönen Garten der Familie Werner ihre Gemälde.

Während ihr Mann Wolf-Dieter nach eigener Aussage eher „fürs Grobe“ zuständig ist, kümmert Susanne Groß sich um die Pflanzen. „Das ist spannend und vielseitig“, begründet sie ihre Begeisterung für die Gartenarbeit. „Im Sommer, wenn alles blüht, ist es vor allem der Duft, der fasziniert“, sagen beide. Es habe fast etwas Meditatives auf der Terrasse zu sitzen und die Gerüche wahrzunehmen. Das mache dann auch die viele Arbeit, die in dem Garten steckt, vergessen.

(khn)

Tag der offenen Gärten in Rödermark (2011)

Tag der Offenen Gärten

Quelle: op-online.de

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