Oktoberfest der TG Hainhausen

Sportler ganz in bayerischer Feierlaune

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Nicht nur Dicke-Backen-Musik, sondern auch Twist lockte auf die provisorische Tanzfläche.

Hainhausen - Dirndl, Lederhosen und karierte Hemden hatten am Feiertag auf dem Waldfestplatz Hochkonjunktur. Beim zehnten Oktoberfest der TG Hainhausen herrschte Hochbetrieb von früh bis spät.

„Im ersten Jahr hat‘s geregnet, im zweiten Jahr hat‘s geschüttet und seit dem dritten Jahr gibt es Sonne pur“, erinnert sich ein Helfer der ersten Stunde. Seither kommen Jahr um Jahr mehr Besucher. Diesmal rechneten die Veranstalter mit rund 1 000 Gästen. Die ersten kamen schon eine Stunde vor Beginn, um Sitzplätze zu reservieren. „Oans, zwoa, gsuffa!“ Die Gäste ließen sich das nicht zweimal sagen. Das Festbier aus der Fränkischen Schweiz floss in Strömen. 1 400 Liter von dem sechsprozentigen Gebräu hatten sich die Hainhäuser gesichert. Wen störte es da schon, dass die ersten Maßkrüge schon eine Stunde vor dem Fassanstich gefüllt wurden.

Die Maßkrüge mit Starkbier gingen bei der TGH weg wie warme Semmeln.

Zum Bieranstich hatte der Verein erneut einen seiner Handball-Senioren verpflichtet. Hermann Löw (79) hatte von 1958 bis 1968 für die TGH auf dem Handballfeld seinen Mann gestanden. Zeitweise spielte die Mannschaft sogar in der Verbandsliga. Damals wurde noch Feldhandball auf dem Großfeld im Freien gespielt. In den letzten zwei Jahren seiner sportlichen Laufbahn war er auch in der Halle aktiv, „aber das war nicht so streng wie heute“, erinnert er sich. Zielgenauigkeit und gute Kraftdosierung bewies Hermann Löw nun auch beim ersten Bieranstich seines Lebens: Mit zwei Schlägen mit dem Holzhammer trieb er den Zapfhahn butterweich ins Kunststofffass, ohne dass ein einziger Spritzer daneben ging. Auch der traditionelle Ruf „Oazapft is!“ ging ihm gut über die Lippen.

Die Maß Bier war billiger als auf der Wies‘n (sechs statt zehn Euro), die Musik hatte eine angenehme Lautstärke und das Getümmel war nicht gar so groß. Doch Sitzplätze waren zur Mittagszeit ebenso rar wie in den Münchner Zelten von Hacker, Pschorr oder Löwenbräu.

Bilder vom Oktoberfest der TGH

10. Auflage des Hainhäuser Oktoberfests

Abgesehen vom Steckerlfisch und Ochs am Spieß bot die Speisekarte so ziemlich alles, was zu einem Bayernfest dazugehört, unter anderem Schweinshaxen, Weißwürste und Obatzter mit Brezel. Die Haxen waren allerdings schon um 13.30 Uhr ausverkauft.

Bierzeltmusik und einiges mehr boten „Big T“ (Thorsten Schmitz) und sein Gitarrist. Sie beschränkten sich nicht auf Bajuwarisch-Volkstümliches, sondern legten auch mal eine Runde Twist ein - und lockten damit Tänzer auf den Waldboden. Das Weiskircher Trompeten-Ensemble „Doppel(s)pass“ bewies mit seinem Auftritt, wie viel Spaß Blasmusik machen kann. Etwa 65 Helfer des Vereins sorgten dafür, dass es den Besuchern an nichts fehlte. „Einige machen bis zum Abend durch“, verriet Günther Werner. Zur Einstimmung hatte er neulich mit 44 Ehrenamtlichen das Frankfurter Oktoberfest besucht. Seit Montag hatten die TGH-Mitglieder für ihr Fest aufgebaut.

eh

Quelle: op-online.de

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