Erstmals auf der Wiese

Wiesn-Zeit in Weiskirchen: Folgen des Sturms zwingen zum Umzug auf anderes Gelände

Ruckzuck von null auf 100: Zum Auftakt der Weiskircher Wiesn am Wald herrschte im Handumdrehen Hochstimmung. Fotos: karin klemt

Bestens aufgelegt und nicht weniger ausdauernd feierten um die 700 Gäste des Musikvereins auf der „Wiesn im Wald“ in Weiskirchen.

Weiskirchen - Viel besser als in Weiskirchen kann die Oktoberfestsaison auch in einem Münchener Festzelt nicht aus den Startlöchern gekommen sein. Bestens aufgelegt und nicht weniger ausdauernd feierten um die 700 Gäste des Musikvereins auf der „Wiesn im Wald“, die in der fünften Auflage freilich erstmals eine Wiesn auf der Wiese war. Denn noch immer ist die Waldfreizeitanlage an der verlängerten Schillerstraße wegen der Sturmfolgen geschlossen. Also musste der Gastgeber kurzfristig umdisponieren und nach Worten von Vereinschef Sebastian Wilhelm heftig improvisieren: Die komplette Infrastruktur mit Strom, Wasser, Abwasser und allem, was sonst noch für eine Party dieser Größenordnung nötig ist, haben rund 120 freiwillige Helfer binnen einer Woche auf der frisch gemähten Wiese von Landwirt Stefan Wolf ein paar hundert Meter weiter vorne Richtung Industriegebiet geschaffen.

Deren Mühen und die Bereitschaft des Landwirts, seinen Grund und Boden als Wiesn-Wiese zur Verfügung zu stellen, honorierte die erwartungsvolle Besucherschar beim Bieranstich mit lautstarkem Beifall.

Für die Blasmusik zum Einzug sorgte das Vereinsorchester selbst. Statt der Festwirte marschierten aber Ehrengäste auf – neben der Bundestagsabgeordneten Patrizia Lips und Landtagsvizepräsident Frank Lortz, der neben herzhaft aufmunternden Worten auch eine Spende der Sparkasse mitgebracht hatte, unter anderem Erster Stadtrat Michael Schüßler, Stadtverordnetenvorsteherin Annette Schweikart-Paul und Ehrenbürger Paul Scherer.

Zum Anzapfen schwang zum vierten Mal in Folge die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger den Hammer. Einmal in Gang gesetzt, sollte der Gerstensaft-Quell bis weit nach Mitternacht nicht mehr versiegen. Ihrem Namen alle Ehre machte die Partyband „Volldampf“ aus Franken, im vierten Jahr dabei und offenbar bestens eingestellt: Ein paar knackige Wiesn-Hits, eine großzügige Dosis Udo Jürgens mit einer Prise Klaus Lage und Jürgen Drews – mehr brauchte es nicht, um das Feier-Volk auf die Tische zu treiben. Dabei gilt die Waldwiesn bei kundigen Beobachtern als zivilisiert: „Ein gutes Publikum“, urteilt ein Security-Mann, der nach eigenen Worten immer wieder gerne kommt. Bisher habe es hier noch nie ernsthaft Ärger gegeben. Für die Gastgeber war die gelungene Samstagabendparty freilich erst der Anfang. Mit den „Original Hainburgern“ bekam am Sonntag der Wiesn-Frühschoppen musikalischen Schwung. Die Musikerkollegen von der Eintracht aus Hainstadt sind in Weiskirchen ebenso Stammgäste wie die Stadtkapelle aus Seligenstadt, die am Nachmittag übernahm. Zwischendurch gab es mit Weißwurst, Brezn, Obatzta und Wiesn-Burger mit Braten und Kraut bewährte Wies’n-Kost und auch einiges zu sehen – etwa eine Oldtimer-Traktorenschau und dazu leckeren Kaiserschmarrn, zubereitet vor aller Augen.  zrk

Quelle: op-online.de

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