Oldtimerfreunde Rodgau

Alte Liebe rostet nicht

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Otto Schwarzfurtner hat seinen Jaguar aufwendig und fachmännisch restauriert. Das Fahrzeug ist eine Augenweide.

Rodgau - Dieses Geräusch lässt Männer unruhig werden. Kraftvoll und sonor brabbelt der Zwölfzylinder im Leerlauf. Ein leichter Tritt aufs Gaspedal genügt - und aus dem Säuseln wird ein Sturm. Dann erwacht im Jaguar die fauchende Raubkatze. Von Bernhard Pelka

Das E Type-Cabrio von 1974 ist ein Schmuckstück der Oldtimerfreunde Rodgau.

„Den hab ich komplett saniert und mit moderner Technik aufgerüstet“, sagt Otto Schwarzfurtner stolz. Der Ingenieur aus Rembrücken ist leidenschaftlicher Oldtimersammler und hat unter Raritäten von Bentley, Maserati, Aston Martin und Jaguar die Qual der Wahl. Den Zwölfzylinder scheuchte er schon bei der ältesten Rallye der Welt, der „Internationalen Alpenfahrt“, ins Gebirge. Auch die Söhne des Industrieanlagenplaners sind vom Oldtimervirus infiziert. „Die schrauben inzwischen mehr als ich.“

Das muss man als Mitglied der Oldtimerfreunde auch können. Stefan Schäfer aus Jügesheim passt in dieses Schema. Seine NSU Fox aus dem Baujahr 1952 kennt er nach einer Totalzerlegung und dem Wiederaufbau wie seine Westentasche. Seit zwei Jahren ist das Motorrad sein mobiles Ein und Alles.

Was fasziniert an diesem Hobby zwischen Werkzeugkasten, kaputter Lichtmaschine und Ausfahrt bei gutem Wetter? „Es ist die Liebe zur klaren Form und zur einfachen Technik, die nicht kaputtzukriegen ist“, erläutert Harald Dietz. „Und man kann alles selbst reparieren.“

Bilder der automobilen Raritäten

Alte Liebe rostet nicht

Den gelernten Kfz-Mechaniker aus Hainhausen begleitet die „Liebe zu altem Eisen“, wie er sagt, schon seit seiner Jugend. Der 60-Jährige war zwar hauptsächlich in der Brauereibranche tätig. Die Schrauberei hat ihn aber nie los gelassen.

Ganz wichtig ist den Oldtimerfreunden ihre lockere Organisationsform. „Wir sind kein Verein. Und wir wollen keine Statuten“, betont Dietz. Auch wenn es sich also um einen losen Zusammenschluss von 20 bis 25 Gleichgesinnten mit etwa 100 Fahrzeugen verschiedener Gattungen handelt, kommen im Jahreslauf trotzdem feste und immer wiederkehrende Veranstaltungen zustande: eine Zweiradausstellung im Mai, eine Schau mit Autos und Traktoren im August und zwei bis drei Ausfahrten.

Alles ist auf 50er Jahre getrimmt

Ein beliebtes Ziel sind dann die „Fladungen Classics“ in der Rhön. „Da macht der ganze Ort mit. Alles ist auf 50er Jahre getrimmt. Da findest du kein einziges modernes Auto auf der Straße“, schwärmt Stefan Schäfer.

Die Geschichte der Oldtimerfreunde Rodgau ist schnell erzählt. Hervorgegangen sind sie vor etwa zehn Jahren aus einer Gruppe Oldtimerfans in Rembrücken, die sich auf Motorräder spezialisiert haben. „Horst Klüsche, Hans Subtil und Horst Oberwalder sind die Motoren dieses Clubs“, berichtet Dietz. Dann kamen immer mehr Autos und Bulldogs dazu von Besitzern aus Rodgau und anderen Kreiskommunen dazu. Also bildete sich die Rodgauer Abteilung. Beide Clubs sind einander eng verbunden. Das erklärt auch den Veranstaltungsort der Ausstellungen: Rembrücken bei den Geflügelzüchtern und rund um die Gaststätte „Zum Grabenhöfchen“.

Quelle: op-online.de

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