Opel Adam Rocks im Testcenter Dudenhofen

Ein Autoleben in nur 24 Wochen

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Im Testcenter Dudenhofen muss der Opel Adam Rocks drastische Steigungen bis zu 30 Prozent meistern.

Dudenhofen - Im September rollt der neue Opel Adam Rocks zu den Händlern. Doch bevor die Kunden den Klein-Geländewagen in der Stadt und auf Holperpisten fahren können, prüfen ihn Opel-Ingenieure im Testcenter Dudenhofen auf Motor und Fahrwerk. Von Bernhard Pelka 

Das geht bis an die Belastungsgrenzen des Fahrzeugs. Ob Hochgeschwindigkeits-Rundbahn oder Bergstrecke: rund 40.000 Kilometer muss der Adam Rocks im Wald zwischen Dudenhofen und Babenhausen zurücklegen. Das entspricht 160.000 Kilometern auf herkömmlichen Straßen. So werden die Autos im Testcenter in nur 24 Wochen Strapazen ausgesetzt, die im Normalfall ein ganzes Fahrzeugleben abbilden. Beispiel Marterstrecke: Die schüttelt den Kleinen so richtig durch. Dort muss er seine Widerstandsfähigkeit beweisen. Denn der Name ist Programm: Auf einer Länge von 900 Metern geht es durch Schlaglöcher, über Höcker, auf das Waschbrett, eine Pflasterstrecke und die Großblockwellenbahn. Das bedeutet Schwerstarbeit für das Fahrwerk, das im richtigen Autoleben vermutlich niemals eine solche Tortur durchmachen müsste. Auf der neu ausgebauten Hochgeschwindigkeits-Rundbahn dagegen heißt es: Nur Fliegen ist schöner. Dank 40 Grad Querneigung können dort bis zu 250 km/h querkraftfrei gefahren werden. Das ermöglicht es den Opel-Ingenieuren, die errechneten Zielwerte wie etwa die Höchstgeschwindigkeit in der Realität zu überprüfen – und dabei auch mal entspannt die Hände vom Lenkrad zu nehmen.

Um Lenkung, Getriebe und die Bremsen auf den Prüfstand zu stellen, absolviert der Adam Rocks die Bergstrecke. Auf einem künstlich aufgeschütteten Bergareal sind Steigungen und Gefälle von acht bis 30 Prozent mit unterschiedlichen Straßenbelägen sowie eine Serpentinen-Passage angelegt: Bedingungen wie im Hochgebirge. Auf der Komfort- und Geräusch-Messstrecke mit ihren unterschiedlichen Fahrbahnbelägen prüfen die Ingenieure, ob sich die Entwicklungsergebnisse auf die Realität übertragen lassen und der Adam Rocks die Anforderungen der Vorbeifahrgeräusch-Typprüfung nach ECE-R51.02 erfüllt. Haupteinflussfaktoren für das Vorbeifahrgeräusch sind die Lärmemissionen des Antriebsstrangs und dabei insbesondere der Abgasanlage. Die Messstrecke ist im Fall des Adam Rocks exakt 23,74 Meter lang. Gemäß Vorschrift fahren die Ingenieure im zweiten und im dritten Gang jeweils mit 50 km/h in die Messstrecke ein und geben dann Vollgas. Links und rechts der Geraden sind Richtmikrofone postiert. Der Durchschnittsgrenzwert für die Vorbeifahrten im zweiten und dritten Gang liegt bei 74 dB (A) – auch das meistert der kleine Crossover problemlos.

Prototyp wird von Hand gefertigt

Ein entscheidender Test, dem sich die Serienversion des Adam Rocks unterziehen muss, ist der Dauerversuch. Die längste Strecke im Testcenter bietet viele unterschiedliche Fahrbahnoberflächen wie Asphalt und Kopfsteinpflaster, Bodenwellen und Kurven. Dort prüfen die Ingenieure, ob es ihnen gelungen ist, die Performance und die Qualität, die sie mit den Entwicklungsfahrzeugen abgestimmt und freigegeben haben, auch in die Massenproduktion zu überführen. „Wir haben so die Möglichkeit einer zusätzlichen Qualitätssicherung kurz vor Verkaufsstart“, erklärt Rainer Bachen, Leitender Entwicklungsingenieur bei Opel. „Sollten wir in Dudenhofen zum Beispiel feststellen, dass sich die Lenkung anders anfühlt oder störende Geräusche im Fahrzeug hörbar sind, könnten wir die Reißleine ziehen und die Qualität vor Auslieferung an unseren Kunden nochmals auf Spur bringen.“ Denn in der Entstehungsphase des Adam Rocks wird noch alles von Hand im Prototypenbau des Entwicklungszentrums gefertigt. In der Serienproduktion dagegen zählen Schnelligkeit und Masse, so dass auch die Serienqualität final getestet werden muss. Deshalb holt das Team den Adam Rocks nach den verschiedenen Durchgängen in die Werkstatt und überprüft das Fahrzeug und einzelne Komponenten.

„Wir wollen sicherstellen, dass sich auch unsere Serienfahrzeuge genau so fahren, wie wir unsere Prototypen während der Entwicklung abgestimmt haben. Dabei hat Sicherheit, Qualität und Haltbarkeit für uns oberste Priorität“, sagt Bachen. So checken zum Abschluss des Dauerlaufs die Ingenieure noch einmal alle Befestigungselemente, die von Serienanlagen verschraubt wurden, und zerlegen den Rocks in seine Einzelteile, um jede Komponente abschließend zu bewerten. Erst nach gründlicher Durchsicht heißt es dann „Daumen hoch!“

Quelle: op-online.de

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