Opel will „Lange Gerade“ nach Babenhausen

Neue Teststrecke neben der Landstraße

Dudenhofen - Die Erweiterung des Opel-Testcenters geht in die nächste Runde. Die neue Zufahrt ist genehmigt. Nun geht es an die „Lange Gerade“ entlang der Landesstraße nach Babenhausen. Dazu soll ein weiteres Stück Wald gerodet werden.

Die „Lange Gerade“ wird laut Plan etwa zwei Kilometer lang und 30 Meter breit. Sie soll parallel zur L 3116 angelegt werden. Am nördlichen Ende ist ein Schleuderkreis vorgesehen, am südlichen Ende ein Wendekreis. Die neue Strecke soll zwischen der großen Rundbahn und der L 3116 liegen. Dazu werden auch Flächen benötigt, die bisher außerhalb des eingezäunten Geländes liegen. Der Zaun rückt also näher an die Landesstraße.

Opel steht offenbar unter Zeitdruck. Die Gerade muss nach Angaben des Unternehmens im August 2014 betriebsbereit sein, um den Testbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Adam Opel AG hat deshalb beantragt, dass ein vorzeitiger Baubeginn zugelassen wird. Entgegen der ursprünglichen Absicht hat das Regierungspräsidium Darmstadt das „vereinfachte“ Genehmigungsverfahren durch ein „förmliches“ Verfahren ersetzt. Das ermöglicht eine intensivere Bürgerbeteiligung.

Die Pläne und Antragsunterlagen liegen nun öffentlich im Rathaus aus. Noch bis zum 13. November können Bürger die Unterlagen im Zimmer 1.12 einsehen. Anschließend haben sie zwei Wochen Zeit (bis 27. November), um Einwendungen oder andere Stellungnahmen abzugeben. Die Erörterung der Einwände findet - ebenfalls öffentlich - am 17. Dezember um 10 Uhr im Rathaus statt. Als Grund für dieses Verfahren nennt der Magistrat die Umweltverträglichkeitsprüfung. Zum Bau der Langen Geraden muss erneut ein Teil des Waldes gerodet werden - die Rede ist von 17 Hektar.

Opel muss neue Bäume als Ausgleich pflanzen

Zum Ausgleich für den Waldverlust muss Opel an anderer Stelle neue Bäume pflanzen lassen. Für diese Aufforstung schlägt der Magistrat drei Flächen in Rodgau vor, und zwar ein Gelände nördlich der Autobahn bei Weiskirchen, die Waldtasche Lotzenrod bei Hainhausen und ein Areal zwischen dem Friedhof Nieder-Roden und der Bundesstraße 45. Dabei handelt es sich um Waldzuwachsflächen, die im Regionalen Flächennutzungsplan bereits vorgesehen sind.

Nach Angaben der Adam Opel AG reichen die Teststrecken in Rodgau nicht aus, um auch künftig alle gesetzlich geforderten Testprozeduren zu leisten. Auf der schnurgeraden Strecke entlang der L 3116 sind unter anderem Tests für Lenkmanöver, Kurvenverhalten, Reifenabstimmung, Dämpferabstimmung und der so genannte Elchtest vorgesehen. Diese Prüfungen finden zurzeit auf der Start- und Landebahn des früheren Militärflugplatzes Pferdsfeld im Hunsrück statt. Der Mietvertrag dort läuft im Herbst nächsten Jahres aus.

Opel testet seit 50 Jahren in Dudenhofen

Opel testet seit 50 Jahren in Dudenhofen

Opel will seine Tests in Dudenhofen bündeln. Auch ein Teil der Entwicklungsabteilung aus Rüsselsheim soll nach Rodgau verlegt werden. Der Opel-Mutterkonzern General Motors hatte im Herbst 2012 angekündigt innerhalb von drei Jahren 28,5 Millionen Euro in das Testcenter Rodgau zu investieren. Bisher arbeiten hier rund 200 Mitarbeiter, in Zukunft möglicherweise bis zu 500. 

(eh)

Quelle: op-online.de

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