Kulturinitiative ändert ihre Satzung

Open Stage wird Open World

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Gestern hat sich der neue Verein gegründet, doch die Kooperation soll weitergehen: Das nächste Benefizkonzert der Ärzteband Lickin’ Boyz ist geplant.

Jügesheim - Der Jahreswechsel markiert auch bei einer Rodgauer Kulturinitiative den Übergang: Der Verein Open Stage wird aufgelöst. Der neue Verein Open World gründet sich. Künftig soll der Blick mehr auf Inklusion und Integration von Randgruppen gelenkt werden.

Darüber hinaus will Initiator Dieter Stein Hilfsgüter für Madagaskar sammeln. In knapp fünf Jahren hat Open Stage etwa 170 Veranstaltungen in der Halle an der Stettiner Straße organisiert. Mit den bestehenden Initiativen wie Impuls, Maximal und Open Stage / Open World sowie Theater Total sei Rodgau längst keine Kulturwüste mehr, glaubt Open-Stage-Vorsitzender Stein sein ehemals gesetztes Ziel erreicht. Als der IT-Spezialist, der mit der Arbeit für die Pharmaindustrie „gutes Geld gemacht hatte“, wie er sagt, die ehemalige Schreinerwerkstatt in den späten 1980er-Jahren kaufte, war Rodgau noch kulturelles Brachland. 1995 vereinigten sich die Initiativen Blauer Kunstkreis und die Konzertreihe Maximale Art zur Maximal Kulturinitiative. 2005 spaltete sich die Kulturinitiative Impuls ab. 2010 stand die Zukunft der Halle auf der Kippe. Laut Stein war Maximal damals nicht in der Lage, die monatlichen Betriebskosten zu erwirtschaften. Um nicht auf den Mehrkosten sitzen zu bleiben, kündigte der Hallenbesitzer den Mietvertrag.

2011 gründete der mit einer Gruppe junger Leute Open Stage. Mit Offene-Bühne-Abenden, Wohnzimmerkonzerte und Poetry-Slam-Veranstaltungen entstanden neue Angebote. Mit Punk und Heavy Metal wurde es aber auch lauter – sodass wegen Beschwerden aus der Nachbarschaft beim Schallschutz nachgebessert werden musste.

Das Konzept, junge Musiker aus Rodgau bei ihren ersten Schritten vor Publikum zu unterstützen und ihnen eine Auftrittsmöglichkeit zu bieten, soll bestehen bleiben, sagte der 76-Jährige. Er kritisierte, dass der Kostendruck bei vielen Veranstaltern dazu geführt habe, nur noch Konzerte mit überregional bekannten und teuren Gruppen anzubieten. Anfänger blieben dann auf der Strecke. „Bands sollten aber auch die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln“, sagte Stein.

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Auch die Zusammenarbeit mit der Kulturakademie Kultinklusive des Vereins Gemeinsam mit Behinderten soll fortgesetzt werden: Die Akademie nutzt die Halle für regelmäßige Treffen, Workshops und Präsentationen. Darüber hinaus möchte Stein mehr Kindertheater anbieten und den Nachwuchs „direkt in die Halle holen“. Ausgeweitet werden soll mit Open World auch das Engagement für Afrika, insbesondere Madagaskar, das Dieter Stein schon lange am Herzen liegt. Dass Hilfsgüter gesammelt und verschickt werden, ist in der Satzung verankert. Damit werde das Engagement erleichtert und beim Finanzamt als gemeinnützig anerkannt, sagt Stein. Das mache es gegenüber Spendern einfacher.

Mit seinen 42 Mitgliedern erhielt Open Stage von der Stadt 250 Euro aus dem Topf Vereinsförderung. „Doch jedes Konzert, das angemeldet werden muss, kostet uns zehn Euro“, sagte Stein. Deswegen müsse diese Bezuschussung überdacht werden. (siw)

Quelle: op-online.de

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