Oper von Jens Joneleit: Regiestuhl ist verwaist

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Jens Joneleits Oper „Metanoia“ erlebt am 3. Oktober in Berlin ihre Uraufführung unter dem Dirigenten Daniel Barenboim. Der Tod des Regisseurs Christoph Schlingensief überschattet die Arbeit an dem Projekt.

Rodgau ‐ Sechs Wochen vor der Uraufführung am 3. Oktober hat die neue Oper „Metanoia“ von Jens Joneleit ihren Regisseur verloren. Der Tod von Christoph Schlingensief überschattet die Arbeit an dem Projekt. Von Ekkehard Wolf

Eigentlich sollten die Proben jetzt beginnen. Wer nun die Regie übernimmt, steht noch nicht fest.

Der aus Nieder-Roden stammende Komponist Joneleit, der im April mit dem Kulturpreis der Stadt Rodgau ausgezeichnet wurde, trauert um seinen Künstlerkollegen. „Ich habe ihn für die Kraft und die Tapferkeit, mit der er seine Krankheit bekämpfte, sehr bewundert: wie er bewusst jeden Tag als Geschenk annahm und trotz allem weiter an seinen Visionen arbeitete.“

Die Premiere ist bereits ausverkauft, Karten für weitere Aufführungen gibt es noch zu Preisen zwischen 28 und 82 Euro auf der Internetseite der Staatsoper Berlin.

Im Spannungsverhältnis zwischen Komponist und Regisseur habe Schlingensief den Anspruch gehabt, nicht nur seine eigene Lesart, sondern - wie ein Autor - auch seine eigenen Geschichten zu vermitteln: „Die Zusammenarbeit mit ihm war daher schon im Vorfeld nicht einfach. Für mich bleibt entscheidend, dass wir immer ehrlich miteinander umgegangen sind. Auch für seine Schonungslosigkeit habe ich ihn bewundert.“ Indem der Komponist die Forderungen des Regisseurs „abarbeitete“, ging Schlingensiefs Sichtweise in die Partitur ein. „Christoph bleibt Teil dieses Projekts“, betont Jens Joneleit.

Die Uraufführung der Oper „Metanoia“ unter demSpitzendirigenten Daniel Barenboim soll am 3. Oktober die Spielzeit der Staatsoper Unter den Linden eröffnen.

Quelle: op-online.de

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