Bürgerinitiative nutzt Forum

Viele Fragen zum Baugebiet N 39

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Das Baugebiet N39 in Nieder-Roden.

Nieder-Roden - Zum Baugebiet zwischen Krümmlingsweg und Heinrich-Böll-Schule (N 39) sind noch viele Fragen offen. Das zeigte sich am Dienstag im Ortsbeirat Nieder-Roden. Der Magistrat will auf dieses Baugebiet verzichten.

Die CDU-Vertreter legten nun einen umfangreichen Fragenkatalog vor, den die Stadtverwaltung abarbeiten muss. Wenn die Antworten vorliegen, will der Ortsbeirat noch einmal beraten. Dann geht es auch darum, ob die an das Gebiet N 39 angrenzenden Flächen auf Dauer Grünland bleiben sollen.

Drei Stunden Politik „live“ erlebten rund 60 Zuhörer am Dienstag im Sozialzentrum am Puiseauxplatz. Für den Ortsbeirat war es die längste und bestbesuchte Sitzung seit Jahren. Die Absicht des Magistrats, auf den Bebauungsplan N 39 zu verzichten, löste bei vielen Betroffenen Emotionen aus. Erst um 22.19 Uhr gab Ortsvorsteher Edgar Ott das Ende der Sitzung kund: „Ein schwieriger Abend war das heute.“

Großer Andrang

„Besonderes Engagement der Bürger ist immer zu begrüßen“, hatte Ott drei Stunden zuvor zur Begrüßung gesagt. Der Andrang war größer als gedacht. Der Hausmeister trug zusätzliche Stühle herbei, obwohl er bereits mehrere Reihen im Foyer aufgebaut hatte.

„Sind wir eigentlich schon in der Sitzung oder noch in der Bürgerfragestunde?“ Diese Frage kam mehr als einmal hoch, denn Fragestunde und Beratung gingen nahtlos ineinander über. Auf Antrag der CDU durften sich auch Vertreter der Bürgerinitiative (BI) in der Sitzung zu Wort melden. Sie wiesen unter anderem darauf hin, dass die Baulandreserven in Nieder-Roden ausgereizt seien. BI-Sprecher Günter Blum: „Wir wollen kein Geld machen, sondern wir wollen da bauen.“ Seit vielen Jahren sei eine Bebauung dieses Gebiets im Gespräch. Die Bedenken gegen eine Zufahrt von der Wiesbadener Straße seien vorgeschoben. Blum mutmaßte, für die Parlamentsmehrheit sei alles längst beschlossene Sache. Er betonte: „Wir sind die Bürger, wir möchten sagen, was gemacht wird.“

Verständnis für die Position der Bürgerinitiative äußerte Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Er gab aber zu bedenken, gewählte Politiker müssten Verantwortung für 43.000 Einwohner tragen. Die Stadtverordnetenversammlung hat laut Hoffmann 1996 erstmals über die Zukunft der Flächen zwischen Forschheimer See, Bahn und Rodgau-Ringstraße beraten. Die Abstimmung habe mit einem Patt (22:22) geendet. Auch in späteren Jahren sei über dieses Thema nicht mit einer einheitlichen Linie abgestimmt worden.

Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen

Ein Beispiel dafür nannte Bauausschussvorsitzender Karl-Heinz Schönberg (SPD). Bei der Diskussion über den Flächennutzungsplan 2003 habe der Ortsbeirat vorgeschlagen, das so genannte Feld III innerhalb der Kurve der Rodgau-Ringstraße als Grünland zu erhalten. Das Stadtparlament habe hingegen die gesamte Fläche (Felder I, II und III) als Baulandreserve gewünscht. Der Umlandverband sei diesem Votum aber nicht gefolgt. Aus einem Flächennutzungsplan könne man keinerlei Ansprüche herleiten, betonte Schönberg. Für das kleinere Gebiet N 39 sei die Sachlage anders, ergänzte eine Bürgerin: Dort sei die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen.

Mit 33 Fragen an den Magistrat will die CDU unter anderem herausfinden, warum der Bebauungsplan seit 2007 keine Fortschritte gemacht hat. Außerdem fordern die Christdemokraten eine Kosten-Nutzen-Rechnung, eine Abwägung von Umweltfragen und zahlreiche andere Angaben. Der Magistrat soll sogar schätzen, wie viel Grunderwerbsteuer, Grundsteuer und Einkommensteuer bei einer Bebauung des Gebiets N39 und der angrenzenden Flächen anfiele.

eh

Quelle: op-online.de

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