Ortskern als Mega-Freiluftbühne

Jügesheim (lö) - Wer will schon Jürgen Marcus hören, wenn er „Trash Up“, „Roxone“ oder „Lorelay“ als Alternative hat? Der Impuls-Kulturverein hatte vor seiner vierten Musiknacht allen Ernstes überlegt, den Schlagersänger für einen Batzen Geld zu engagieren, gestand Vorsitzender Frank Redemann.

Er sollte Partystimmung a la Ballermann nach Jügesheim bringen. Im Nachhinein sind Redemann und seine Mitstreiter heilfroh, ihrem bewährten Konzept treu geblieben zu sein: Bands aus der Umgebung statt großer Namen. Redemann: „Wir haben beobachtet, welche Entwicklung die Gruppen hier gemacht haben.“ Als Beispiel nannte er „Basement Riot“, 14-Jährige aus der Nell-Breuning-Schule in Ober-Roden, die erstmals vor großem Publikum auftraten.

Gut 8 000 Besucher schlenderten über die Musikmeile, schätzt Redemann. Die Impuls-Veranstaltung ist nach dem Fastnachtszug das größte Freiluft-Spektakel im Ort. Und so bunt gemischt wie die Musik war auch das Publikum. Die Generation 40plus traf gelegentlich die Cliquen ihrer 16-jährigen Kinder, junge Familien wippten gemeinsam im Takt, alte Rocker feierten neben Künstlern im obligaten schwarzen Outfit. Stress gab’s keinen, die Stimmung war einfach entspannt.

Bilder von der Rodgauer Musiknacht

Gute Stimmung bei der Musiknacht

Ein Sicherheitsdienst sorgte dafür, dass niemand über die Stränge schlug. Nach Ausweiskontrollen kassierten die Aufpasser den Schnaps von Jugendlichen ein. Ein Grüppchen musste nachts sogar die Hintergasse kehren, weil es Flaschen zerdeppert hatte.

Alleine hätten die knapp 30 Impuls-Mitglieder die Musiknacht nicht stemmen können. Stadtbrandinspektor Andreas Winter und mehrere Feuerwehrleute halfen auf den Getränkewagen des Vereins. Die Männer und Frauen des Angelsportvereins Nieder-Roden brieten Hamburger, die Gardeabteilung der TGM SV Jügesheim mixte das Trendgetränk Aperol Spritz und andere Cocktails, der Freundeskreis Turnen und Fastnacht 2011 hatte einen Sektstand aufgebaut. Auch Jügesheimer Profiwirte und Einzelhändler waren mit von der Partie, Kultur und Kommerz harmonierten.

Und weil nach der vierten Musiknacht zugleich vor der fünften Musiknacht ist, rückten die Impuls-Aktiven gestern Morgen fast geschlossen zum Großputz an. Schließlich wollen sie sich ja von den dauerbeschallten Ortskernbewohnern nicht nachsagen lassen, sie ließen ihnen den Dreck zurück.

Quelle: op-online.de

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