St. Tropez am Baggersee

Sieht aus wie amtlich

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Es war nicht unbedingt ein Traumtag, den sich die Familie Mekael aus Nieder-Eschbach für ihren ersten Strandbad-Besuch ausgeguckt hatte, doch er rentierte sich: Andrew und Maged (links und 2. von links) sowie Mutter Mary und Adriel (2. und 3. von rechts) freuten sich mit Verwandten über die Gruppen-Jahreskarte, die Gast Nummer 100.000 bekommen hat.

Nieder-Roden - Eine vierköpfige deutsch-ägyptische Familie aus Nieder-Eschbach wurde von der Stadt kurzerhand zum Badesee-Gast Nummer 100.000 erklärt.

Und Rodgaus Freizeitattraktion Nummer eins heißt seit Samstag endlich so, wie es die Monotones schon seit Jahrzehnten singen: St Tropez am Baggersee. Schwarz auf Gelb kündet ein Schild am Kassenhäuschen, dass sich das Strandbad nun mit dem Namen St. Tropez am Baggersee schmücken darf. So geadelt hatten die Rodgau Monotones das Gewässer schon vor mehr als 30 Jahren. Damals gingen die Leute noch „zum Kisssee“ ohne „E“ und mit drei „S“, weil der Sand, der dort abgebaut wird, schon immer Kiss heißt. Wie es sich für eine ordentliche Namensgebung gehört, enthüllten Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Badesee-Manager Thomas Dursun feierlich das Ortsschild.

Was die Rodgau Monotones vor mehr als 30 Jahren besangen, machten Jürgen Hoffmann und Badesee-Manager Thomas Dursun am Samstag offiziell.

Später als im vorigen Jahr ehrten Dursun und Hoffmann den 100.000. Badegast. Der ist nach guter Sitte eine Familie, denn es braucht viele Hände, um die ganzen Preise weg zu schleppen: zwei Kühltaschen voller Getränke und einen Sonnenschirm, die Kioskpächter Peter Altenau spendiert hat, und die Gruppen-Jahreskarte 2015. Über die freute sich die Familie Mekael aus dem Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach. „Wir sind heute zum ersten Mal hier“, verblüffte Mutter Mary Mekael den Bürgermeister, der an diesem wolkenverhangenen Samstagmorgen allenfalls hartgesottene Stammgäste erwartet hatte. Die deutsch-ägyptische Familie hatte zur Einstimmung auf den Urlaub „einen schönen Ort“ im Internet gesucht und mit dem Badesee gefunden. Nicht einmal Regentropfen hielt sie von der Fahrt in den Rodgau ab.

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Warum es 2014 mit dem 100 000. Besucher so lange dauerte, erklärte ein DLRG-Aufsicht mit einer Rodgauer Besonderheit: „Die Leute hier brauchen drei Tage, bis sie merken, dass Sommer ist. Aber bisher war es selten länger als zwei Tage hintereinander schön!“ Sollte sich trotzdem noch ein kräftiges Hoch breitmachen, beschatten zwei Fünf-Meter-Sonnenschirme mit Extra-UV-Schutz die Kinder am Wasserspielplatz. Auf der großen Schwimminsel testet die Stadt Kunststoffdielen von Alexander Tauchert. Sie seien robust, wetterfest und werden nicht so heiß wie die alten Holzbretter, verspricht der Raumausstatter aus Dudenhofen. Empfindlich seien sie höchstens gegen Zigarettenglut. Doch Kippen bringen allenfalls ganz hartnäckige Raucher in wasserdichten Beuteln auf die Insel...

Quelle: op-online.de

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