Osterfeuer der Rodgauer Feuerwehren

Ostkurve wird zur Räucherkammer

+
Das Osterfeuer der Feuerwehr Rodgau-Süd lockte am Samstagabend mehr als 300 Besucher in den großen Bankkreis, den die Helfer rund um den großen Holzstapel aufgebaut hatten.

Nieder-Roden - Die Feuerwehren im Rodgauer Süden haben vor einigen Jahren einen Brauch aus dem deutschen Norden importiert: das Osterfeuer. Am Samstagabend wehrte sich der große Holzstapel jedoch lange gegen die Versuche der Brandschützer, ihn in Flammen zu setzen.

Osterfeuer fernab der Kirchen sind hierzulande weniger bekannt. Umso mehr freuten sich die Rodgauer in den vergangenen Jahren über diesen Brauch, der mit dem Neubau der Feuerwache Süd auf dem großen freien Gelände daneben Einzug hielt.

Klaus-Dieter Hartmann - vor rund 30 Jahren aus Niedersachsen zugewandert - hatte die Idee mitgebracht: In seiner Heimat zündet jedes Dorf sein eigenes Osterfeuer an und feiert drumherum. Warum sollte das nicht in Rodgau auch funktionieren?

In den umliegenden Gemeinden wie etwa Urberach war bis dahin nur das Sonnwendfeuer der Jugendwehren üblich gewesen, nun probierte man es eben mal: „Und es schlug ganz gewaltig ein“, freut sich Organisator Hans Gerschner vom Feuerwehrverein Rodgau-Süd.

Mit 140 Würstchen hatten die Brandschützer angefangen, die ruckzuck ausverkauft waren. Nach acht Jahren sind die rund 60 bis 70 freiwilligen Helfer, allen voran die Jugendwehr, inzwischen bei einem Vielfachen davon angekommen. „Wir wollen damit kein Geschäft machen, wir wollen einfach etwas für die Menschen hier anbieten“, sagt Hans Gerschner.

Und das gelang auch in diesem Jahr. Statt des angedrohten Regens beschien die tief stehende Abendsonne den Platz hinter der Feuerwache und lockte gut 300 Zuschauer in den großen Bankkreis , die sich die traditionelle Bratwurst - etwas Anders kommt nicht auf den Grill - im Brötchen für preiswerte 2,50 Euro und so manches Getränk gönnten und gespannt auf den Bänken rund um den hoch aufgerichteten Stapel aufs Osterfeuer warteten.

Das allerdings ließ sich Zeit und trickste alle aus. Statt lodernder Flammen stieg lange Zeit dicker grauschwarzer Rauch aus den eine Woche zuvor aus dem Wald am Birkenweg herbeigeholten Stämmen in den Himmel auf und räucherte die Ostkurve des großes Runds gewaltig ein. Dank fachkundiger Nachhilfe von unten mit dem Gasbrenner loderte kurzfristig zwar der von Hans Gerschner spendierte Christbaum einmal kräftig auf, ehe er verkohlt in den Himmel ragte und das Osterfeuer wieder in Osterrauch überging.

Die Gäste störte es wenig, die Kinder fanden auch außer dem Stockbrotgrillen am Rand des Platzes genügend Spielfläche, und die Erwachsenen genossen die Gemeinschaft. Und so mancher späte Kunde des nahegelegenen Supermarktes machte nach dem Ostereinkauf auch noch einen Abstecher zur Feuerwehr. (chz)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare