Ostermarkt im Bürgerhaus mit originellem Saisonschmuck

Selbst gemachte Frühlingsboten

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Textile Ideen mit und fürs Herz – auch manches Praktische wie etwa Mützchen als Eierwärmer hatten die Hobbykünstler im Sortiment.

Nieder-Roden - Eine gute Woche vor dem Frühlingsanfang im Kalender hat der Lenz in Nieder-Roden einen langen Anlauf genommen. Mehr als 40 Hobbykünstler aus der Region boten beim Ostermarkt am Wochenende im Bürgerhaus ihre Kreationen feil. Zahlreiche Besucher ließen sich von den Ideen wie vom handwerklichen Geschick der Aussteller beeindrucken.

Eines wird beim Rundgang durch die seit über drei Jahrzehnten etablierte Bastler-Messe schnell klar: Vom klassischen Osterei über Blumen, Holz, Textilien und Metall bis hin zu gewöhnlichen oder auch edlen Steinen gibt es fast nichts, was sich nicht zu dekorativem Saisonschmuck verarbeiten lässt. Schon das Sortiment an Gruß- und Glückwunschkarten lässt kaum Wünsche offen: Von der pfiffigen Skizze bis zum üppig-edlen Dekor ist alles dabei. Durchweg selbst gemacht, versteht sich. „Etwas Gekauftes kommt mir nicht auf meinen Tisch“, stellt eine Eiermalerin fest.

Unterschreiben könnten das wohl alle. Mindestens zur Hälfte, das lässt eine Stichproben-Umfrage vermuten, sind die Aussteller seit zehn Jahren oder länger dabei und Stolz auf Originalität und Kunstfertigkeit. Von ihren Wurzeln in der Rodgauer Volkshochschule hat sich die Veranstaltung auch in ihrer 31. Auflage kaum entfernt. Was sie können, haben die heute gestandenen Hobby-Kunsthandwerker vielfach in Kreativkursen der Volkshochschule gelernt. Manche Veteranen erinnern sich an die ersten Ostermärkte, die von der Premiere 1987 an zwölf Jahre lang in der Aula der Georg-Büchner-Schule Jügesheim stattfanden.

Zum Stamm der Kreativen gehören Hedi und Klaus Heeg aus Froschhausen. Jedes Jahr sind sie mit einem Sortiment an detailliert bemalten Figuren und feiner Tischdekoration dabei und schätzen das offene, helle Ambiente im Bürgerhaus-Saal ebenso wie das Publikum: „Die Leute sind sehr nett und interessiert“, sagt Hedi Heeg. Diese Erfahrung hat auch Gerhard Wittich aus Mühlheim gemacht. Zum dritten Mal zeigt er in Nieder-Roden seine Glasmalereien und handgemachten Tiffany-Objekte. Er will wiederkommen. Dann begegnet er wahrscheinlich Karin Roth, die aus Büchern aller Art Skulpturen formt. Besonders edel geraten ihre Kreationen aus Gesang- oder Gebetbüchern, vor allem den älteren und hochwertigen Exemplaren mit Goldschnitt.

Bilder: Ostermarkt in Nieder-Roden

Für die Rodgauerin ist der Ostermarkt ein Heimspiel. Andere Bastler nehmen weitere Wege in Kauf, um ihre Werke zeigen zu können, reisen von Aschaffenburg oder aus dem Darmstädter Raum an. Eine Schmuckdesignerin aus Oberrad hat exotische Kostbarkeiten aus gefärbten Edelmineralien wie Heterosit, Jaspis oder Bergkristall mitgebracht. Als echte Rarität zeigt sie eine Schuppe von einem Fisch aus dem Amazonasgebiet, die hart genug ist, um als Nagelfeile zu dienen.

Längst haben sich auch Vereine, gemeinnützige Organisationen wie der Naturschutzbund oder karitative Projekte eingeklinkt. So unterstützt eine Familie mit dem Erlös aus ihren Verkäufen Flüchtlinge in Südostasien. Einem guten Zweck fließen auch die Standgebühren zu, die die Stadt Rodgau als Gastgeberin von den Ausstellern kassiert: Traditionell werden damit SOS-Kinderdörfer unterstützt. (zrk)

Quelle: op-online.de

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