Osterkorb macht sich ganz flach

SOS-Helferkreis bastelt für bunten Ostermarkt

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Jetzt wird gebastelt, was das Zeug hält: Die Damenrunde in der evangelischen Kirchengemeinde bereitet sich auf den Ostermarkt am kommenden Wochenende vor.

Nieder-Roden - Ostern kann kommen: In Handarbeit entsteht Schmückendes für Tisch und Zweige. Verzierte Eier, Körbchen aus Filz, Grußkarten oder Hübsches zum Hinstellen. Von Simone Weil 

Im evangelischen Gemeindezentrum am Puiseauxplatz treffen sich Damen des SOS-Helferkreises, die für den Ostermarkt am 11. und 12. März im Bürgerhaus Nieder-Roden werkeln. „So viele waren wir noch nie“, ruft Heidi Neckermann. Der Tisch ist voll, es müssen noch Stühle geholt werden. Denn tatsächlich haben sich heute 22 Frauen eingefunden, die basteln wollen. Sogar zwei, drei neue Besucherinnen sind dabei. Sie arbeiten mit Nadel und Faden an Osterkörbchen aus Filz, die sich ganz praktisch flach machen und gut aufbewahrt werden können, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Marianne Damian gibt Schablonen aus – damit wird der Filz entsprechend zurechtgeschnitten. Hübsche Knöpfe kommen auf die Ecken und schon nimmt das Teil Form an.

Auch ausgeblasene und verzierte Eier sind schon reichlich vorhanden: beklebt, bestrickt und bemalt. Beim Ostermarkt im Bürgerhaus verkaufen die Damen des SOS-Helferkreises aber auch kleine Blumenkörbchen. Dafür werden Apfelsinenkistchen in Serviettentechnik verziert, mit einem undurchlässigen Boden ausgestattet und mit bunten Frühlingsboten wie Primeln bepflanzt.

Hilli Juhrig hat sich daheim an der Serviettentechnik versucht: „Plötzlich hatte ich die Schnipsel überall. Ich habe gedacht, ich werde wahnsinnig.“ Dann hat sich die Bastlerin auch noch beim Sprühlack vergriffen. Eine transparente Schicht soll nämlich Schutz liefern. Doch sie hatte weißen Lack genommen. „Man sollte das vorher in Ruhe ausprobieren“, empfiehlt Hilli Juhrig. Der weiße Schimmer aber erweist sich in diesem Fall sogar als recht dekorativ und lässt das Körbchen gebraucht wirken.

Über solche Erlebnisse lachen die Damen gerne: „Überhaupt ist das hier einfach eine so nette Runde“, findet auch Elke Gehrig. Sie ist das erste Mal beim SOS-Helferkreis zu Gast und bastelt sonst mit ihrer Enkelin. Über neue Gesichter, insbesondere jüngere Bastlerinnen, freut sich die Runde sehr, denn Nachwuchs ist rar.

Jutta Scharnow war jahrelang im Strickkreis tätig. Doch den gibt es nicht mehr: Sie hat ausgerechnet, dass sie in fast drei Jahrzehnten 683 Paar Strümpfe gestrickt hat. Die Seniorin gibt sich versöhnlich: „Dann mache ich jetzt eben beim Basteln mit“, hat sie sich vorgenommen.

Archivbilder

Ostermarkt im Nieder-Rodener Bürgerhaus: Bilder

Wie schnell die Jahre ins Land gezogen sind, weiß niemand besser als Helga Hoffmann: Vor 50 Jahren hat sie die Hilfsorganisation gegründet. Damals war sie 30 Jahre jung. Kürzlich hat die Initiatorin der Hilfsaktion ihren 80. Geburtstag gefeiert. Weil viele ihrer Mitstreiterinnen inzwischen ebenfalls in die Jahre gekommen sind, mussten die engagierten Damen bereits den beliebten und erfolgreichen Nikolausmarkt sowie weitere Veranstaltungen streichen: Dafür reichen die Kräfte einfach nicht mehr.

109 Großveranstaltungen haben in fünf Jahrzehnten stattgefunden. Die Erlöse aus all diesen Terminen kamen und kommen den SOS-Kinderdörfern zugute. Bis Dezember 2016 wurden insgesamt 737 227 Euro eingenommen, die an verschiedene Kinderdörfer verteilt wurden.

Wer so lange und so erfolgreich Gutes tut, wird schließlich selbst belohnt: Unter den zahlreichen Auszeichnungen, die an dieser Stelle nicht aufgezählt werden können, ist auch das Bundesverdienstkreuz, das Helga Hoffmann 1990 verliehen wurde. Sie selbst begreift die Würdigung aber nicht als persönliche Leistung, sondern als Dank für das gesamte Team.

Schon heute freut sich der SOS-Helferkreis auf das Treffen am 1. April: Dann wird das 50-jährige Bestehen gefeiert, denn im Jahre 1967 schlug mit der Kinder-Faschingsveranstaltung „Baby-Beat“ im Bürgerhaus die Geburtsstunde.

Quelle: op-online.de

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