Hier geht vorm Fest die Post ab

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Ohne Computer geht im Paketzentrum nichts mehr. Kollege PC hilft nicht nur beim Erfassen und codieren der Sendungen.

Nieder-Roden ‐ Wenn die Weihnachtseinkäufe so langsam erledigt sind und für die meisten endlich etwas Ruhe vorm Fest einkehrt, nimmt die Hektik im Paketzentrum Nieder-Roden noch einmal drastisch zu. Von Bernhard Pelka

Während viele Unternehmen das Jahr nun langsam ausklingen lassen, muss die Post beim Endspurt vor Weihnachten noch eine Schippe Schnelligkeit und Leistung drauf legen. 190.000 Pakete pro Tag umzuschlagen ist schon krass genug. Kurz vorm Fest steigt diese Zahl in Nieder-Roden aber auf 300.000 und mehr. Die Beschäftigungsspitze erwarten Zentrumsleiter Roland Reith und seine Mitarbeiter für den nächsten Mittwoch. Dann werden etwa 340.000 Päckchen durchgeschleust. Noch imposanter sind die Bundeszahlen. Pro Werktag befördert die Post in 33 Paketregionen im Schnitt 2,6 Millionen Pakete. Am 14. Dezember waren es 4,3 Millionen. Besinnungsloser Advent!

Der Aufschwung ist also da. Es wird so viel geschenkt und verschickt, wie lange nicht mehr. Dabei war die Post nach der Quelle-Insolvenz im Herbst 2009 eher mit gedämpften Erwartungen ins Jahr 2010 gegangen. Schließlich war das große Versandhaus einer der besten Kunden. „Jetzt haben wir, übers Jahr verteilt, trotzdem eine Verkehrsmengensteigerung von sechs bis sieben Prozent“, freut sich Reith.

Flachbildschirme sind als Weihnachtsgeschenk der Renner. Zentrumsleiter Roland Reith scherzt: „Jeder Bundesbürger muss mindestens drei davon haben.“

Groß im Kommen sind die Internetversender. „Die machen richtig Masse“, berichtet der studierte Betriebswirt. 70 000 Videospiele innerhalb einer einzigen Arbeitsnacht sind da keine Seltenheit. Und natürlich Flachbildschirme, wohin das Auge in den riesigen Versandhallen blickt. Zu den Rennern dort zählen zurzeit auch Winterreifen, Brennholz, Schlitten, Weihnachtsbäume und Unmengen von Streusalz. „Wir sind an der Kapazitätsgrenze.“ Allein die Pakete des Schuhversands „Zalando“ gehen täglich in die Tausende.

Ohne Sonderschichten läuft da nichts. Die Paketbänder laufen fast rund um die Uhr. Nur Sonntag, 6 bis 22 Uhr, ist Betriebsruhe. Und morgens, von 6.15 bis 9.15 bleiben drei Stunden für die so wichtige technische Wartung der Anlage. Diese muss einiges aushalten. Zu schaffen machen der Mechanik derzeit unter anderem weihnachtlich-verspielte Verzierungen an Paketen. Sternchen, Schleifen, Bänder & Co. sehen zwar niedlich aus. Sie sind für den Transport auf einem Förderband bei immerhin 1,8 Meter Weg pro Sekunde aber wenig geeignet. „Da bleibt leicht was hängen und könnte abreißen“, schildert der 45-jährige Zentrumsleiter das Problem. Dann droht Stillstand.

Reith appelliert deshalb:

  • Paket nie als Rolle packen (fällt leicht vom Band).
  • Möglichst keine abstehenden Verzierungen draufkleben (buntes Papier ist selbstverständlich kein Problem).
  • Unbedingt einen stabilen Karton verwenden.

Dann kommt das Weihnachtspäckchen garantiert unversehrt an.

Daten, Fakten

  • Das Paketzentrum Nieder-Roden ging im April 1995 in Betrieb. Die beiden Gebäude sind 295 und 288 Meter lang.
  • Die rund 300 Mitarbeiter versorgen im Schichtdienst die Landkreise Offenbach, Frankfurt, Aschaffenburg, Main-Kinzig-Kreis, Odenwaldkreis, Miltenberg, Gießen, Lahn-Dill, Wetteraukreis mit zusammen 2,7 Millionen Einwohnern.
  • Bis zu 20.000 Sendungen pro Stunde können entladen und vollautomatisch sortiert werden.

Quelle: op-online.de

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