Parkchaos am Bahnhof befürchtet

Nieder-Roden - (eh) Gegenüber dem Bahnhof Nieder-Roden steht vielleicht bald ein sechsstöckiges Parkhaus auf dem Park+Ride-Platz. Die Voraussetzung schafft der Bebauungsplan fürs Medizinische Kompetenzzentrum, der am 21. September im Stadtparlament zur Debatte steht.

Das Parkhaus soll eine teure Tiefgarage überflüssig machen. Die städtische Planungsabteilung kalkuliert mit 168 Stellplätzen in einem 16,50 Meter hohen Bau. Für die Gestaltung des Parkhauses macht der Bebauungsplan bisher keine Vorschriften.

Die Parkplatzsituation wird so chaotisch, das können wir vergessen“, sagte Werner Kremeier (Bündnis 90/Die Grünen) am Donnerstag im Bau- und Verkehrsausschuss. Die 168 Stellplätze seien zu wenig. Da 44 Parkbuchten für Park+Ride reserviert seien, blieben für Besucher des Kompetenzzentrums nur 124 Plätze übrig - 20 weniger als die Stellplatzsatzung vorschreibt. Zudem basiere die Kalkulation auf einer Verweildauer von 30 bis 40 Minuten: „völlig unrealistisch“. Kaum ein Kranker könne in dieser kurzen Zeit einen Arzttermin mit Fußmarsch hin und zurück bewältigen.

Wir laufen in unsere eigene Falle, wir schneiden alles auf einen Investor zu“, gab Heino Reckließ (FDP) zu bedenken. Falls die Stadt eines Tages doch noch eine Bibliothek baue, seien die nötigen Parkplätze nur mit großem Aufwand zu schaffen. Reckließ äußerte zudem die Befürchtung, die Stadt müsse bei den Grundstückspreisen draufzahlen. Bürgermeister Alois Schwab hatte berichtet, die Stadt habe sich Optionen auf zwei Privatgrundstücke für 435 Euro pro Quadratmeter gesichert. Dieser Preis liege über dem Richtwert. In dieser Geschäftslage dürfe der Investor nicht mit Industrielandpreisen rechnen, gab Jürgen Kaiser (SPD) zu bedenken. Der Bürgermeister kündigte für die nächste Zeit („sehr bald“) eine Beratungsvorlage zum Kompetenzzentrum an. Dann werde man sehen, wie viel das Projekt den Stadtverordneten wert sei.

Quelle: op-online.de

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