Parkplatz-Ärger am Otto-Dix-Weg

Anwohner laufen Sturm gegen Pläne der Stadt

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Wo die Garagen enden, stehen heute Autos quer. Das könnte sich durch den Bau weiterer Garagen ändern.

Jügesheim – Eine Bausünde aus den 80er-Jahren holt Anwohner des Otto-Dix-Weges jetzt ein – und beschert ihnen Verdruss. Damals entstanden an der kleinen Sackgasse zwölf Reihenhäuser mit allerdings nur neun Garagen. Wieso das damals genehmigungsfähig war, ist offen.

Klar ist hingegen, dass durch den Mangel an Garagen dort schon immer Parkplatznot herrscht – wie im gesamten Wohnquartier generell.

Das Parkplatzproblem beginnt am Otto-Dix-Weg schon in der Zufahrt zu den Garagen. Denn die wird zugeparkt.

Die Stadt entschärfte die Lage dadurch, dass sie auf stadteigenem Grund direkt an den neun Garagen fünf Parkplätze einrichtete und teils verpachtete. Mit dieser Regelung konnten bisher alle gut leben. Schon 2016 beschloss der Magistrat aber, die etwa 64 für Parkplätze bereitgestellten Quadratmeter als Bauland zu verkaufen – zum Beispiel für zwei weitere Garagen. Diesen Beschluss möchte die Stadt jetzt durchsetzen. Etwa 20 Anwohner wehren sich dagegen. Und das hartnäckig. Gegen einen Parkplatzpächter musste die Stadt sogar Räumungsklage erheben, bevor er bereit war, das Gelände zu räumen, damit die Stadt vor dem Verkauf ihres eigenen Baugrunds das Gelände ordentlich vermessen kann.

Die Beschwerdeführer wollen, dass alles so bleibt, wie es ist. Sie möchten partout keine zusätzlichen Garagen. Die von der Stadt verpachteten Parkplätze könnten ihrer Meinung nach auch zu öffentlichen Parkplätzen für jedermann werden oder die Stadt verkauft sie zum Preis für einen herkömmlichen Stellplatz – und nicht zum weit höheren Baulandpreis für Garagen. Anlieger haben Unterschriften gesammelt und ihre Bedenken schriftlich formuliert:

Für weitere Garagen ist dort kein Platz. Der Weg ist schon heute kritisch eng für Rettungsfahrzeuge, Paketdienste und andere Transportfahrzeuge. Rangieren würde im Wendehammer unmöglich. Insbesondere die Zufahrt zu den Häusern 1 und 1a werde erschwert.

Fußgänger, die an den Garagen laufen, könnten von Autofahrern übersehen werden. Die neuen Garagen versperren generell die Sicht auf Verkehrsbewegungen.

Wie Einparken seinen Schrecken verliert

Um Platz zu schaffen, werden die auf den herkömmlichen Stellplätzen abgestellten Fahrzeuge bei Bedarf heute einfach weggefahren – etwa bei Umzügen. Diese Möglichkeit entfällt, sobald dort zwei zusätzliche Garagen stehen. Auch Eigentums- und Wohnwertminderung werden als Gegenargument angeführt. (bp)

Quelle: op-online.de

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