40 Jahre volle Dosen

PepsiCo-Abfüllwerk feiert Geburtstag

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Von der Herstellung der PET-Flaschen bis zur folienverschweißten Europalette läuft die Produktion vollautomatisch. Dennoch werden Fachkräfte benötigt. Sie greifen zum Beispiel ein, wenn sich eine Flasche verklemmt.

Nieder-Roden - 40 Jahre volle Dose: Das PepsiCo-Abfüllwerk in Nieder-Roden feiert Geburtstag. Knapp 140 Mitarbeiter produzieren an der Behringstraße 313 Millionen Liter Erfrischungsgetränke pro Jahr. Von Ekkehard Wolf 

Damit ist PepsiCo in Nieder-Roden nicht nur der größte Kunde des Wasserwerks Hergershausen, sondern nach eigenen Angaben auch das größte PepsiCo-Getränkewerk in Westeuropa. Seit August 1974 ist das Dosenabfüllwerk in Nieder-Roden in Betrieb. Damals firmierte das Unternehmen noch als „Pepsi-Cola“. Die Getränkedose war groß im Kommen, so dass Pepsi lieber selbst produzierte, als andere Abfüller zu beauftragen.

Ein einziger Mitarbeiter der ersten Stunde ist noch dabei: Adam Knöpp feierte am 1. März sein 40. Betriebsjubiläum. Bei der Brauerei Glaab in Seligenstadt hatte er Bier gebraut, bevor er sich in Nieder-Roden bewarb. Als er seine neue Stelle antrat, war das Dosenabfüllwerk noch nicht einmal im Bau. „Es gab nur einen leeren ,Acker‘ mit einem Schild ,Hier baut die Pepsi‘“, erinnert er sich im Interview mit dem Mitarbeitermagazin „Peps-Press“.

Grundstück von rund 20.000 Quadratmetern

In endloser Reihe laufen die Getränkeflaschen durch die Halle, 24 Stunden am Tag. Die so genannte Aseptiklinie ist seit 2010 in Betrieb. Dort werden CO2-freie Getränke steril abgefüllt.

Das Industriegebiet Nieder-Roden-Süd war damals erst dünn bebaut. Pepsi hatte sich ein Grundstück von rund 20.000 Quadratmetern gesichert. Das Werksgebäude belegte zunächst nur ein Viertel dieser Fläche – aber das sollte sich bald ändern. Mit 21 Mitarbeitern begann die Produktion in der Behringstraße 2. Die Anlage konnte 60.000 Getränkedosen pro Stunde füllen. Schon nach zwei Jahren, 1976, wurde eine zweite Dosenlinie aufgebaut. Drei große Veränderungen hat die Getränkefabrik seither erlebt: 1993, 2001 und 2010. Den stärksten Einschnitt brachte das Dosenpfand, das im Jahr 2003 in Deutschland eingeführt wurde. Damit der Absatz nicht einbrach, verkaufte PepsiCo eine Produktionslinie nach Kairo und baute 2001 eine neue Abfülllinie für PET-Kunststoffflaschen auf.

Die jüngste Erweiterung ist der ganze Stolz des Betriebs. In keimfreier Umgebung werden Fruchtsaftgetränke der Marke Punica abgefüllt. „Hier ist es so sauber wie in einem Operationssaal“, sagt Qualitätsmanagerin Beate Janko-Meinhard. Weil diese Getränke kein Kohlendioxid enthalten, sind sie besonders empfindlich. Deshalb gelten verschärfte Hygienestandards: Die vor Ort produzierten PET-Flaschen werden desinfiziert, mit sterilem Wasser ausgespült, in einem Reinraum befüllt und unter Schutzatmosphäre (Stickstoff) zugeschraubt. Vor der Auslieferung stehen die CO2-freien Getränke noch zwei Wochen im Lager, bis auch die letzte Laborprobe ihre Unbedenklichkeit erwiesen hat. Die sprudelnden Erfrischungsgetränke bleiben nur durchschnittlich eine Woche in der Lagerhalle. Der Platz reicht zwar für 14.500 Europaletten, aber 120 Lastzüge pro Tag transportieren auch eine Menge weg.

Blick in die PepsiCo-Hallen in Nieder-Roden

Blick in die PepsiCo-Hallen

Die Mitarbeiter im Abfüllwerk produzieren in drei Schichten an fünf Tagen pro Woche rund um die Uhr. Aber wenn es warm ist und die Menschen besonders durstig sind, produziert das Werk auch an Samstagen. Besonders arbeitsintensiv ist die Produktionszeit vor Feiertagen, wie Personalmanagerin Julia Rass betont. Nicht nur vor Ostern und Weihnachten fordere der Handel besonders große Mengen an: „Der Mai ist oft unser schwierigster Monat: Er hat mehrere Feiertage und es ist schon warm.“ Das oberste Gebot für einen Getränkehersteller heißt, immer lieferfähig zu sein.

Quelle: op-online.de

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