Pflegefreie Gräber sind im Trend

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Die neue Bestattungsform der pflegefreien Urnengräber trifft in Nieder-Roden auf hohe Nachfrage. Die kleinen Namenstafeln am Rand zeigen, dass die Gemeinschaftsanlage schon zu zwei Dritteln belegt ist.

Rodgau - Bestattung ohne Grabpflege ist auf Rodgaus Friedhöfen im Trend. Seit Juli 2012 gibt es in jedem Stadtteil eine Gemeinschaftsgrabanlage, die den Hinterbliebenen keine Arbeit macht: Die Friedhofsverwaltung übernimmt die Pflege.

Die erste dieser Anlagen wird in den nächsten Monaten erweitert. Der so genannte „Bestattungshain“ auf dem neuen Friedhof Nieder-Roden ist nach eineinhalb Jahren schon zu zwei Dritteln belegt. Neben einem alten Baumbestand befinden sich langgezogene Beere mit immergrünen Stauden und Waldgräsern. Bei anhaltender Nachfrage gehen die Stadtwerke Rodgau davon aus, dass bis Juni alle Grabstellen vergeben sind. Bisher wurden 63 der 100 Urnenwahlgräber erworben. Für Sargbestattungen ist noch etwas Platz: Von den 20 möglichen Grabstellen sind erst acht belegt.

Die Betriebskommission der Stadtwerke hat am Dienstag grünes Licht für die Erweiterung gegeben. Auch in Dudenhofen entscheiden sich viele Angehörige für pflegeleichte und pflegefreie Bestattungsformen. Dort ist für 2015 eine zweite Gemeinschaftsgrabanlage geplant. In dem kreisförmig angelegten Gräberfeld sind bisher 34 von 94 möglichen Urnen beigesetzt.

Jede Gemeinschaftsgrabanlage hat eine künstlerisch gestaltete Skulptur als Mittelpunkt. Herkömmliche Grabsteine gibt es dort nicht. Die Namen der Verstorbenen sowie Geburts- und Sterbejahr können auf kleinen Tafeln angegeben werden. Sehr gering ist die Nachfrage nach pflegeleichten Rasengräbern, die auch Platz für einen Grabstein und einen schmalen Pflanzstreifen bieten. Bisher wurde erst ein solches Urnengrab in Dudenhofen erworben, für 81 weitere ist noch Platz.

Letzte Ruhestätte unter Bäumen

Eine letzte Ruhestätte unter Bäumen bietet der Kiefernhain hinter der Trauerhalle des Waldfriedhofs Jügesheim. Die Gemeinschaftsgrabanlage mit der markanten Bootsskulptur ist die größte in Rodgau. Der Charakter des Kiefernhains ist beim Ausbau der Anlage erhalten geblieben. In die Rasenflächen wurden Bänder aus Naturstein eingelassen. Die Namensinschriften können aus gegossenen Bronzebuchstaben auf den Stein aufgesetzt werden. Eine Erweiterung ist dort vorerst kein Thema, weil erst 37 der 284 Urnengräber belegt sind. Sarggräber sind in den Randbereichen ohne Baumbestand möglich. Der Platz ist begrenzt. Sechs der 15 Grabstellen sind schon vergeben.

„Im Rosenbogen“ ist das Thema der beiden Gemeinschaftsgrabanlagen in Hainhausen und Weiskirchen. Aus Natursteinen wurden Bögen aufgeschichtet, die aus der Grasnarbe emporwachsen und am Ende wieder in den Boden eintauchen. Innerhalb der Mauerbögen wachsen Rosen und Stauden, die Urnen werden innerhalb des Pflanzbeets beigesetzt. Namensinschriften können in Form von Rosenblättern aus Bronzeguss an den Steinmauern angebracht werden. Beide Anlagen können jeweils 150 Urnen aufnehmen. In Hainhausen sind bisher 13 dieser Grabstellen belegt, in Weiskirchen 24. Auf den Rodgauer Friedhöfen finden pro Jahr rund 300 Beisetzungen statt. Die traditionelle Erdbestattung macht nur noch ein Drittel der Fälle aus.

eh

Quelle: op-online.de

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