Piepmatz landet auf der Hand

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Annemarie Jonas päppelte letzten Sommer einen aus dem Nest gefallenen Jungvogel auf. Noch heute kommt die Kohlmeise in die Wohnung geflattert.

Weiskirchen (pul) - Ein geschwächter Jungvogel liegt auf dem Gelände der Sportvereinigung Weiskirchen. Annemarie Jonas als Vorsitzende des Vereins nimmt sich des kleinen Piepmatzes an und päppelt ihn auf. Ein Jahr ist das jetzt her.

Noch heute kommt der Vogel regelmäßig in die Wohnung seiner Ersatz-Mama und stattet ihr einen Besuch ab. Dabei bringt die Kohlmeise inzwischen auch Kameraden mit.

Annemarie Jonas kann kaum die Haustür aufmachen, schon schwirren drei Kohlmeisen in ihre Wohnung und suchen nach Fressbarem. Es handelt sich um einen von der Weiskircherin aufgezogenen Jungvogel und deren Kameraden. Sie besuchen Annemarie Jonas täglich.

„Sie schrie schon, wenn sie mich nur gesehen hat“, erinnert sich die Weiskircher Ortsvorsteherin an die Zeit, als sie vor einem Jahr permanent einen hungrigen Schnabel zu stopfen hatte. Mit der Pinzette reichte sie dem Vogel reichlich Mehlwürmer und Heimchen. „Wasser darf man nicht zu trinken geben“, betont Jonas. Davon sterben die Jungvögel. Sie erkundigte sich damals bei Fachleuten, um den Piepmatz richtig zu versorgen.

Wieder zu Kräften gekommen, machte die Kohlmeise ihre ersten Flugversuche in der Küche. Der Obstkorb mit dem gebogenen Henkel diente als Landeplatz. Noch heute nutzt das Tier den Tragegriff als Ausguck, wenn es beim täglichen Besuch seine Runden in der Küche dreht.

Dabei sind die Flügelschläge der gefiederten Kameraden im Flur nicht zu überhören. Es scheint sich bei den Kohlmeisen herumzusprechen, dass es im Hause Jonas noch immer leckere Mehlwürmer zu futtern gibt.

Dabei finden die Vögel auch draußen im gepflegten Garten reichlich Nahrung. Annemarie Jonas verzichtet auf alle Pestizide und sorgt so für reichlich Schmetterlingsraupen und Spinnen, die auf dem Speisezettel der Singvögel stehen.

Vertrauen zu Menschen hat das aufgepäppelte Tier offensichtlich auch gefunden. Wie sonst ist es zu erklären, dass rund um das Haus der Vogel-Mama in der Seligenstädter Straße ab und zu eine Kohlmeise auf den Köpfen der Nachbarn landet?

Quelle: op-online.de

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