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Sebastian Schneeberger feiert unerwarteten Erfolg mit seinem Podcast

Im Podcast von Sebastian Schneeberger geht es um Veganer, die Hospizarbeit, Stammzellenspender oder Sport.
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Im Podcast von Sebastian Schneeberger geht es um Veganer, die Hospizarbeit, Stammzellenspender oder Sport.

Unerwarteten Erfolg hat der Rodgauer Sebastian Schneeberger mit seinem „Schneepodcast“. Dabei lernt er viele spannende Leute kennen.

Weiskirchen – „Ich habe ein Mikro bestellt und davon ein Foto auf Instagram hochgeladen. Damit habe ich mich schon ein wenig unter Druck gesetzt“, schmunzelt Sebastian Schneeberger. Der 37-jährige Weiskircher veröffentlicht mittlerweile die zweite Internet-Staffel seines Podcasts „Schneepodcast“, der Start war im Mai diesen Jahres – mit einem Footballer der Frankfurt Universe.

Die Idee zu einem eigenen Podcast hatte Schneeberger bereits 2018, er diskutierte das Thema seinerzeit mit seinem Kumpel Cem Yimaz, langjähriger Fußballer bei der SG Nieder-Roden. Ernst wurde es dann allerdings erst in diesem Jahr. „Ich lebe in einem sehr fruchtbaren Umfeld, das kritisch und motivierend ist“, sagt Schneeberger. Doch während des ersten Corona-Lockdowns im März „war jeder mit sich selbst beschäftigt und hat sich um seinen Garten gekümmert. Keiner hat gesagt: Ich lese oder höre Podcasts und Hörspiele.“ Das wollte er ändern, „denn ich blicke gerne hinter die Kulissen.“

Schneeberger verkauft als Außendienstmitarbeiter für Toyota Gabelstapler und spielt Fußball, war von der Gruppenliga bis hinunter in die C-Klasse aktiv, unter anderem für Germania Klein-Krotzenburg, die Spvgg. Hainstadt und die SG Weiskirchen. Aktuell ist er als Co-Trainer der Hessenliga-U19 von Bayern Alzenau tätig. Aber Sport ist nicht sein einziges Interesse. Er sagt: „Ich bin sehr facettenreich aufgewachsen, wir waren zu Hause immer sehr kreativ.“

Diese Kreativität lebt Schneeberger bei seinem Podcast aus. Er sucht Inspiration und Weiterbildung, will tolle Menschen kennenlernen. Und so widmet er sich Themen, die ihn und auch die Zuhörer interessieren: Er begleitet den Sohn eines Gastronomen auf dem Weg, Veganer zu werden („Der Beitrag ging durch die Decke, anschließend habe ich auf vegan umgestellt“), stellt sich einfühlsam schwierigen und auch unbequemen Themen wie Suizid und Hospiz, fliegt mit einem Stammzellenlieferanten durch die ganze Welt und bekommt von drei Ladys, die von ihren Erlebnissen mit Tinder und Dating berichten, auch mal den Kopf gewaschen.

Das kostet natürlich auch seine Zeit. Vorgespräch am Telefon, das Interview an sich gemeinsam am Wohnzimmertisch, über Skype oder Zoom. „Gerne auch in den Räumen des Interviewpartners, etwa in einer Gaststätte, das vermittelt eine besondere Atmosphäre“, sagt der 37-Jährige. Anschließend wird die Aufnahme noch nachbearbeitet. Sechs bis sieben Stunde pro Episode muss er schon einrechnen.

Natürlich war er beim ersten Mal sehr aufgeregt. Und auch bei seinen Gegenübern ist eine gewisse Angespanntheit zu spüren. „Man hat schon ein bisschen Angst. Aber man wird stärker und entspannter. Wichtig ist, das Gespräch muss die Beteiligten abholen. Sobald mein Gegenüber in seiner Geschichte ist, ist keine Aufregung mehr zu spüren, denn das Skript hat derjenige im Kopf.“

Und die Resonanz habe Schneeberger mehr als überrascht. Auf 400 bis 500 Zuhörer schätzt er das Interesse pro Episode. Zahlen, die anspornen. Dennoch sagt der Weiskircher: „Ich weiß noch nicht, wie lange ich das mache, schließlich muss man sich ja immer neu erfinden.“ Aktuell gibt es aber noch genügend Themen, die ihn interessieren. „Ich versuche, alle zwei Wochen eine Episode zu veröffentlichen“, meint Schneeberger. Womit er sich erneut ein wenig unter Druck setzt. (Patrick Leonhardt)

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