Poker um den Grundstückspreis

Rodgau - (bp) Um ein neues Feuerwehrhaus für die Nieder-Röder und Dudenhöfer Brandschützer bauen zu können, muss die Stadt zwei Grundstücke von Privateigentümern kaufen. 1500 Quadratmeter gehören einem einzigen Besitzer, 1100 weitere einer Eigentümergemeinschaft.

Die Preisvorstellungen zwischen Stadt und Privatleuten liegen derzeit so weit auseinander, dass die Stadt darüber nachdenkt, sich das Gelände durch ein Enteignungsverfahren zu sichern. Am Dienstag waren Stadtrat Michael Schüßler (FDP) und Rathausmitarbeiter bei der Enteignungsstelle des Regierungspräsidiums Darmstadt, um sich über das Verfahren zu informieren und „um unsere Vorstellungen vorzutragen“. Das sagte Schüßler im Bau- und Verkehrsausschuss.

Das neue Feuerwehrhaus soll auf dem bisherigen Festplatz an der Nahtstelle zwischen beiden Stadtteilen entstehen. Zwei Drittel der Baukosten fließen zwar aus dem Konjunkturpaket II. Den Grunderwerb muss die Stadt aber aus der eigenen Kasse zahlen.

Gemäß einem Gutachten ist der Boden, sofern es bei der Festplatznutzung bleibt, 31 Euro pro Quadratmeter wert. Schüßler rechnete vor, die Stadt sei wegen der höherwertigen geplanten Nutzung als Feuerwehrstandort und der Art der umliegenden Bebauung bereit, 125 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Die Eigentümer des Geländes aber möchten 260 Euro, die 125 Euro seien für sie „keine Verhandlungsbasis“.

Heino Reckließ (FDP) kommentierte dies gewohnt rustikal als „Raffgier“ und „Erpressungsversuch“. Er wies darauf hin, dass der Stadt das Geld fehle, um rund 700 000 Euro Grundstückskosten zu zahlen. „Bevor wir uns erpressen lassen, sollten wir den Weg der Enteignung versuchen oder aber den Plan fürs Feuerwehrhaus auf Eis legen.

Jürgen Kaiser (SPD) unterstützte diese Linie. Das Preisangebot der Stadt sei für die Grundbesitzer „eigentlich ein Glücksfall“. Niemals hätten sie damit rechnen können, dass auf den fraglichen Parzellen einst gebaut werde. Immerhin schließe sich dort ein schützenswertes Gebiet (Düne von Dudenhofen) an. Der Feuerwehrbau werde ohnehin nur wegen des großen Allgemeininteresses und nach Umwidmung der Fläche in Gemeinbedarfsland genehmigt. Kaiser: „Unsere Unterstützung haben Sie, Herr Schüßler.“

Quelle: op-online.de

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