70 Zocker nahmen am Sonntag teil

Pokerliga Rodgau lädt zum Turnier

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Kasino-Atmosphäre im SGH-Lokal „Bei uns“: Etwa 70 Zocker fanden sich am Sonntag zum ersten Turnier der Rodgauer Pokerliga in diesem Jahr ein.

Hainhausen - Gute Karten, starke Nerven und ein Gefühl für den richtigen Moment. Um beim Pokern abzuräumen, braucht es darüber hinaus nur noch die passende Gelegenheit.

Etwa 70 Zocker nahmen am Sonntag die Einladung der Pokerliga Rodgau zum ersten Turnier des neuen Jahres in der Vereinsgaststätte „Bei uns“ in Hainhausen an. Andy Sanders blickt zufrieden in die Runde. Alle sechs Spieltische im SGH-Clubheim sind am späten Nachmittag besetzt, einige Spieler nehmen bereits den dritten oder vierten Anlauf zum Sprung ins Finale am späten Abend. Sanders, der die Poker-Liga vor neun Jahren gemeinsam mit den Brüdern Nikias und Jorin Karner aus der Taufe hob und inzwischen Poker-Profi ist, erledigt routiniert seinen Job als „Dealer“: Karten geben, Spielchips verteilen. Später am Abend wird er mit seinen beiden Mitstreitern die Sachpreise, die private Sponsoren gestiftet haben, an die Sieger verteilen.

Alle acht bis zehn Wochen laufen die Turniere, seit fünf Jahren fest in der TGH-Gaststätte etabliert, nach dem gleichen Muster ab. In lockerer Folge trudeln vom späten Vormittag an die Spieler ein und nehmen an einem der Kasinotische Platz, die die Gastgeber eigens für den Anlass aufgestellt haben. Immer, wenn zehn Poker-Fans beisammen sind, startet eine neue Partie. Jeder Spieler zahlt 15 Euro für einen Satz Chips, die er je nach Talent und Glück vermehrt oder verliert. „Wer nichts mehr hat, steht auf und geht“, erläutert Andy Sanders. Die letzten Zwei aus jeder Runde ziehen ins Finale ein.

Durchschnittlich 15 Runden werden pro Poker-Sonntag binnen acht Stunden gespielt. Neben Stammgästen kommen immer wieder neue Mitspieler. „Wir haben Leute, die in neun Jahren kein Turnier verpasst haben, und solche, die vorher höchstens mal online gepokert haben“, sagt Sanders. Spieltipps geben die Routiniers den Anfängern grundsätzlich nicht, weisen aber auf Fehler hin und erklären das komplexe System der Einsätze, die jeder Spieler je nach Blatt und Risikobereitschaft dosieren muss.

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Die weitaus meisten Teilnehmer kommen laut Sanders aus Rodgau und der Nachbarschaft, andere nehmen beachtliche Anreisewege in Kauf. Der Einzugsbereich liege bei 20 Kilometern im Umkreis, „wir hatten aber auch schon Stammspieler aus Pfungstadt oder aus der Wetterau“. Anders als bei den Liga-Spielen an jedem Mittwochabend geht es bei den Sonntagsturnieren nicht um Punkte und Tabellenplätze, sondern vor allem um Spannung und Spaß. Robert Hertel, Stammgast aus Nieder-Roden, schätzt überdies die Atmosphäre. „Bei diesem Spiel gibt es nie Streit“, sagt er, „keiner explodiert, wenn einer einen Fehler macht.“ Darüber hinaus reizt ihn der Glücksfaktor: „Nicht immer gewinnt der mit den besten Karten.“ Andy Sanders kann das nur bestätigen: Das Spiel Poker, in Rodgau in der gängigsten Variante Texas Hold’em gespielt, sei hochkomplex und fordere individuelle Qualitäten. „Man muss seine Gegner ein Stück weit zu lesen verstehen.“ (rdk)

Quelle: op-online.de

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