Neujahrswünsche der Kommunalpolitiker

Politik - ein Wunschkonzert?

Rodgau - Die Wünsche und Erwartungen an das neue Jahr sind hoch, die guten Vorsätze sind gefasst. Was erhoffen sich die Rodgauer Stadtverordneten von den nächsten 365 Tagen?

37 Jahre nach der Gebietsreform ist das Stadtteildenken noch immer allgegenwärtig. Alte Zöpfe endlich abzuschneiden wünscht sich nicht nur Edgar Ott (SPD), ihm pflichten auch Karin Wagner und Guido Scheller von den Grünen bei. „Das Gemeinschaftsgefühl muss in Zukunft gestärkt werden. Das würde auch dazu führen, dass sich einzelne Ortsteile weniger benachteiligt fühlen“, meint Wagner. Mehr Selbstvertrauen tue Not. Scheller kritisiert, in den Stadtteilen werde zu viel an den eigenen Ort gedacht. Er spricht von einer „Spaltung, durch die unsere Stadt nicht gerade interessant wird“.

Runder Tisch

„Wir sind noch keine Stadt“, sagt auch Horst Böhm von „Zusammen mit Bürgern“. Ein Runder Tisch aller politischen Kräfte sei die einzige Lösung, um Rodgau in Zukunft voranzubringen, „auch wenn viele das nicht unbedingt hören wollen“.

„Einsichten eines Runden Tisches, um gemeinsam etwas für die Stadt zu tun“ erhofft auch Ewald Simon. Er wünscht sich sachliche Diskussionen und einen respektvolleren Umgang im Stadtparlament. Dann könne man vielleicht auch zu einer Gemeinsamkeit findet, den Finanzhaushalt in geordnete Bahnen zu lenken. Natürlich sei es besser, auf neue Schulden zu verzichten, sagt dazu Horst Böhm: „Das wird aber ganz schwer.“ Auch Edgar Ott erhofft sich für 2014, die Finanzen „auf solide Füße zu stellen“. Dies sieht Guido Scheller als unmöglich an, wünschen und daran arbeiten könne man jedoch allemal. „Für unsere Kinder wäre das das Wichtigste“, erklärt er. Eine positive Entwicklung des Einzelhandels und des Gewerbes könne die Stadt attraktiver machen.

Familie wiederspiegeln

Ein Fortbestehen der Kooperation von SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern wünscht sich Rolf Kronenberger (Grüne). Er hofft, dass Rodgau so das politische Bild der „Familie“ widerspiegeln kann.

In Sachen Stadtplanung baut Karin Wagner auf „mehr Grün“. „Der Klimawandel nimmt zu und ein paar mehr Bäume in der Umgebung können einen ungemeinen Teil zur Verbesserung beitragen“, erklärt die Diplombiologin. Auch Horst Böhm möchte 2014 im Stadtzentrum Bewegung sehen. Die Bürger sollten in die Planung einbezogen werden. Deswegen gebe es ja auch „Zusammen mit Bürgern“: „Wenn das immer alles geklappt hätte, hätten wir uns auch nicht einmischen brauchen.“

Gleiches Recht für alle

Eine Politik, die allen Senioren eine Gleichbehandlung mit Kindern und Jugendlichen sichert, wünscht sich unterdessen Christina Major, ebenfalls ZmB: „Ich bin selbst Rentnerin und weiß, wovon ich rede. Die Senioren haben schon gearbeitet und sollten etwas zurückbekommen.“

Viele Wünsche, Hoffnungen und vor allem Erwartungen verbinden sich mit dem neuen Jahr. Doch Politik ist kein Wunschkonzert, wie Jörg-Uwe Hahn (FDP) vor der Landtagswahl treffend formulierte.

vas/eh

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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