Weiterhin politischer Wirbel

Kann sich Windkraft in Rodgau lohnen?

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Rodgau (eh) - Windkraftanlagen in Rodgau sorgen weiterhin für politischen Wirbel. Nach einem Vortrag des Technikvorstandes der Energieversorgung Offenbach (EVO) sieht sich der CDU-Stadtverband in seiner Ansicht bestätigt, dass sich Windräder in Rodgau nicht lohnten.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) hingegen hält vier Prozent Rendite für ausreichend. „Windräder in so genannten Schwachwindgebieten – also auch in Rodgau - und bei zu erwartenden staatlichen Subventionsminderungen werden künftig wohl keine Rolle bei der Stromgewinnung spielen“, nennt CDU-Pressesprecher Ulrich Jung das Fazit eines Vortrags zum Thema „Wie viel Windkraft braucht das Land?“ Dr. Kurt Hunsänger von der EVO gab etwa 100 Zuhörern in Weiskirchen Einblicke in die Entscheidungsgrundlagen seines Unternehmens. Er sagte, die EVO richte ihren Fokus zunehmend auf erneuerbare Energien, besonders auf die Stromerzeugung mit Windkraft an Land. Investitionen in Windparks müssten in erster Linie wirtschaftlich sein.

Windgeschwindigkeiten von sechs Metern pro Sekunde

Der technische Fortschritt habe in kurzer Zeit zur Effizienzsteigerung beigetragen, so Hunsänger. Als notwendige Bedingungen nannte er Windgeschwindigkeiten von sechs Metern pro Sekunde (m/s) als Anlaufgeschwindigkeit bis 15 m/s zur Volllast, jeweils bei einer Masthöhe von 140 Metern. In Rodgau sei die Investition in Windräder unwirtschaftlich, da die Windgeschwindigkeit nicht höher sei als 5,75 m/s.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) hält Windkraftprojekte in Rodgau dennoch für sinnvoll. Sowohl ein privater Investor als auch die Initiatoren der Bürger-Energiegenossenschaft seien daran interessiert: „Wenn wir über Rentabilität von Windkraft reden, dann reden wir über Unternehmensziele“, sagte er vor der Presse: „Die EVO will für ihre Eigentümer zwölf Prozent generieren, uns reichen auch vier Prozent. Das ist immer noch besser als die banküblichen Zinsen.“

„Unsere Rendite heißt Nachhaltigkeit“

Bei der Energiewende gehe es „am wenigsten um Rendite“, sagte Hoffmann: „Unsere Rendite heißt Nachhaltigkeit. Heute müssen wir die Grundlagen legen, um nachhaltig Wachstum zu gewährleisten und einen Lebensstandard auf hohem Niveau zu sichern.“ Eine Modellrechnung der Stadtwerke habe ergeben, dass ein Windrad sogar in der Gegend mit dem niedrigsten Windaufkommen Deutschlands rentabel zu betreiben sei.

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Die Kreistagsfraktion der Grünen hat unterdessen den Kreisausschuss aufgefordert, bis zum 8. Oktober eine kritische Stellungnahme zur beabsichtigten Änderung des Landesentwicklungsplans Hessen 2000 abzugeben, wie gestern berichtet. „Mit den im Entwurf enthaltenen Vorgaben konterkariert die Landesregierung ihr eigenes Ziel für erneuerbare Energie“, betonte die Rodgauer Kreistagsabgeordnete Karin Wagner. Mit zentralistischen Vorgaben beraube das Land Kommunen und Investoren ihrer Chancen.

Quelle: op-online.de

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