Nur 600 Meter neben Altenheim

Vermisster 78-Jähriger gefunden: Tod in der Hecke

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Manfred Weigle zeigt die Brombeerhecke, in der der Leichnam lag. Direkt hinter der Hecke fährt die S-Bahn.

Dudenhofen - Die Polizei hat den seit 16. Oktober vermissten Rentner tot aufgefunden. Der Mann lag nur 600 Meter vom Altenheim entfernt.

Lesen Sie hier, wie die Polizei in solchen Fällen vorgeht.

Die Suche nach dem seit 16. Oktober aus dem Altenpflegeheim Gretel-Egner-Haus verschwundenen Senior endete leider nicht glücklich. Der 78-Jährige konnte nur noch tot geborgen werden. Der Leichnam lag 600 Meter Fußweg vom Altenpflegeheim entfernt in einer Brombeerhecke an den S-Bahn-Gleisen. Der Fundort liegt lediglich 20 Meter vom stark genutzten Fuß- und Radweg entfernt, der ab dem Bürgerhausparkplatz Richtung Altenheim führt. Vom Weg aus ist die Fundstelle allerdings nicht einsehbar.

An diesen Weg grenzen Gärten von Häusern, die an der Goethestraße stehen. Anwohner Manfred Weigle aus dem Haus Nummer 9 entdeckte die Leiche, als er gestern gegen 17 Uhr altes Obst in dem Gestrüpp an der S-Bahn entsorgen wollte, das unmittelbar gegenüber seinem Garten liegt. „Zunächst hab' ich nur einen Fuß gesehen. Dann war mir klar, was hier los ist und ich bin gar nicht näher an die Hecke herangegangen“, sagte der Zeuge im Gespräch mit unserer Zeitung. „Der Schreck ist mir in alle Knochen gefahren.“

Suche mit Hubschrauber bleibt erfolglos

Der Fundort des Mannes.

Der 78-jährige Rentner war am 16. Oktober aus dem Gretel-Egner-Haus verschwunden. Trotz Suche mit Polizeihubschrauber (mit Wärmebildkamera) und Rettungshundestaffel blieb er verschwunden. Der Mann konnte sich nur schlecht orientieren und war auf Medikamente angewiesen. Im Lauf der Zeit gingen bei der Vermisstenstelle der Offenbacher Kriminalpolizei sieben Hinweise auf den Verbleib des Gesuchten ein. Zeugen wollten ihn sogar in Stuttgart gesehen haben. Noch gestern gab ein Anrufer bei der Kripo an, er habe den Senior nahe der Waldfreizeitanlage Weiskirchen gesehen.

Da der 78-Jährige früher gerne Zug gefahren ist, könnte es möglich sein, dass er zunächst mit der S-Bahn eine Station weit nach Nieder-Roden gefahren ist, dann umkehrte und in Dudenhofen letztlich nicht mehr weiter wusste. Dabei könnte eine Rolle gespielt haben, dass der Mann auf Medikamente angewiesen war. Dies ist aber Spekulation. Sicher ist hingegen, dass der Polizei kein Hinweis auf Fremdverschulden vorliegt. Vieles spricht dafür, dass der 78-Jährige die Orientierung verlor, sich in der Brombeerhecke verfing und letztlich nicht mehr weiter kam.

Taucher suchen vermisste Frau (Archiv)

Auch in der Region werden weitere Menschen vermisst: Im Frankfurter Stadtteil Eschersheim sucht die Polizei nach einem 56-jährigen Amerikaner. Außerdem vermisst ein Offenbacher Wirt schon seit Monaten seine Lebensgefährtin. Für die Polizei sind dies keine Einzelfälle. Bei der Vermisstenstelle des Polizeipräsidiums Südosthessen wurden 2013 genau 257 Fälle bearbeitet. Die Zahlen sind in den letzten Jahren stabil. 15 Prozent der Fälle betreffen ältere Menschen (65 Jahre aufwärts). Davon waren mehr als die Hälfte aus Altenwohnheimen abgängig. Alle diese Personen wurden ermittelt oder aufgegriffen und zurückgeführt. 70 Prozent der Vermisstenfälle lösen sich innerhalb von 48 Stunden, weitere 16 Prozent innerhalb der ersten Woche und weitere zehn Prozent innerhalb des ersten Monats.

bp

Quelle: op-online.de

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