Polizei zieht zur Feuerwehr - Rathaus wird für Vereine frei

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Bürgermeister Jürgen Hoffmann (rechts) und Ulrich Kist vom Hessischen Immobilienmanagement unterzeichneten gestern im Magistratssaal im Rathaus die Absichtserklärung. Zufrieden verfolgten das Franz Dambietz vom Polizeipräsidium Südosthessen, Polizeipräsident Roland Ullman und Stadtrat Michael Schüßler (stehend, von links).

Rodgau - Gemeinsame Wege gehen die Stadt und das Land Hessen bei der künftigen Nutzung des alten Feuerwehrhauses in Dudenhofen. Das Gebäude in der Friedberger Straße 35 wird die neue Heimat des Polizeipostens Rodgau mit 17 Mitarbeitern. Von Bernhardt Pelka

In Anwesenheit von Polizeipräsident Roland Ullmann unterzeichneten gestern Bürgermeister Jürgen Hoffmann und der Geschäftsbereichsleiter Portfolio- und Standortmanagement des Landesbetriebs Hessisches Immobilienmanagement, Ulrich Kist, eine Absichtserklärung als Vorstufe eines mehrjährigen Mietvertrags.

Bisher arbeitet der Polizeiposten im alten Rathaus Dudenhofen. Umgezogen wird ins frühere Feuerwehrhaus Anfang 2013. Ab März 2012 werden die neuen Büros zuvor auf Kosten des Landes Hessen für die Ordnungshüter hergerichtet. Die Kosten betragen etwa 500.000 Euro.

Bauliche und technische „Sicherheitsfragen“

Polizeipräsident Ullmann und Franz Dambietz, Leiter der Zentralen Dienste beim Polizeipräsidium, nannten bauliche und technische „Sicherheitsfragen“ als Grund für den Umzug. Beispiele: Um die neuesten Brandschutzauflagen und technischen Standards (etwa die Videoüberwachung oder die Behindertenfreundlichkeit) am alten Standort erfüllen und erreichen zu können, „hätte man sehr viel Geld in die Hand nehmen müssen“. Auch die Unterbringung der Einsatzfahrzeuge sie unzureichend gewesen. „Eine Garage drohte zusammenzubrechen.“

Der Umzug wird keine personelle Verstärkung bringen. Die Sicherheitslage in Rodgau gebe keinen Anlass zur Sorge. Ullmann belegte dies mit Zahlen: 2004 gab es in Rodgau 3 241 Straftaten, 2010 waren es 2200. Die Aufklärungsquote liege bei „über 56 Prozent“. Einen leichten Anstieg verbuche allerdings die Straßenkriminalität - wie fast überall in Stadt und Kreis Offenbach. Bürgermeister Hoffmann kündigte an, Stadt und Polizei würden der Frage nachgehen, ob die S-Bahn-Stationen videoüberwacht werden könnten. Hoffmann und Stadtrat Michael Schüßler dankten für die gute Zusammenarbeit, freuten sich über die Treue zum Standort und die damit für Rodgau auf Jahre hinaus garantierte Polizeipräsenz.

Umzugspläne der Polizei

Die Umzugspläne der Polizei lösen überdies ein Randproblem: Wohin mit dem Einsatzfahrzeug des DRK, das seit Jahr und Tag im alten Feuerwehrhaus steht? Die Polizei als neuer Mieter stellt dem DRK dafür eine Halle bereit. Polizeichef Ullmann hob hervor, dass mit dem Umzug in das größere Feuerwehrhaus auch der personellen Verstärkung Rechnung getragen werde. Im Oktober 2010 waren der Rodgauer Wache Planstellen für drei erfahrene Ermittlungs- und Kontaktbeamte zugewiesen worden. Diese schieben neben der dezentralen Ermittlungsgruppe und der Wachpolizei an Werktagen von 7 bis 19 Uhr Dienst und unterstützen damit die Rodgauer Funkstreife, die weiterhin rund um die Uhr unterwegs sein wird. Gut bewährt hat sich nach Überzeugung des Polizeipräsidenten auch der Einsatz von Polizeioberkommissar Karl-Heinz Böhm als Schutzmann vor Ort.

Was geschieht mit dem alten Rathaus? Ähnlich dem Konstrukt im alten Hainhäuser Rathaus soll zwischen Stadt und Interessengemeinschaft der Vereine ein Mietvertrag geschlossen werden. Bedeutet: Die Vereine beteiligen sich stufenweise an den Unterhaltskosten der Liegenschaft.

Quelle: op-online.de

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