Statistik für 2013

Polizei registriert 2 202 Straftaten

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Rodgau - Einen starken Rückgang der Straftaten in Rodgau verzeichnet die Kriminalstatistik der Polizei. 2202 Fälle wurden im vergangenen Jahr registriert - gut 500 weniger als im Jahr zuvor. Aber das bedeutet nicht, dass die Menschen in Rodgau jetzt sicherer leben.

Hunderte von Strafanzeigen gegen einen Internet-Dienstleister aus Nieder-Roden hatten 2011 für einen Spitzenwert in der Statistik gesorgt. Die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte hatte sich von 539 auf 1123 mehr als verdoppelt; im Jahr 2012 ging sie wieder zurück. Zahlreiche Geschädigte hatten die Firma wegen so genannter Abofallen angezeigt. Polizei-Pressesprecher Josef Michael Rösch: „Diese Straftaten sind von uns verfolgt und ermittelt worden. Aber die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat keine Anklage erhoben.“ Die Firma habe offenbar in einer rechtlichen Grauzone operiert.

Serientäter sorgen immer wieder für markante Ausschläge in der Statistik. Ein Sammelverfahren gegen Graffiti-Sprayer hatte die Fallzahl 2011 hochgetrieben: Die Beamten ermittelten 130 Fälle. Erfahrungsgemäß werden nicht alle Schmierereien von den Betroffenen angezeigt. Bei der Häufigkeit der bekannt gewordenen Straftaten liegt Rodgau leicht unter dem Durchschnitt des Kreises Offenbach. Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner kommt die Polizei auf 5093 Straftaten. In der Stadt Offenbach ist der Wert doppelt so hoch.

Dunkelziffer bei bestimmten Straftaten

Wie sicher leben die Menschen in Rodgau? Die erfassten Fälle von Gewaltkriminalität sind seit 2011 von 75 auf 48 zurückgegangen. Dazu zählen 24 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und 22 Fälle von Raub und räuberischer Erpressung. Sieben von zehn Gewalttaten (70,8 %) wurden aufgeklärt. Einbrecher suchten letztes Jahr 77 Rodgauer Wohnungen heim, 29 dieser Einbrüche wurden tagsüber verübt. Jeden zweiten Einbruch (49.4 %) klärte die Polizei auf. 150 Fahrraddiebstähle wurden der Polizei gemeldet, 38 mehr als im Jahr zuvor.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik bildet nur einen Teil der Kriminalität ab. Sie beschränkt sich auf die Straftaten, die der Polizei bekannt werden. Bei Mord, Totschlag oder Banküberfall dürften das fast alle sein. Bei anderen Delikten gibt es so genannte Dunkelfelder, deren Größe sich kaum einschätzen lässt. Als Beispiel nennt Rösch Betrügereien in Zusammenhang mit Schmuddelseiten im Internet: „Viele Leute zahlen einfach, um der Peinlichkeit zu entgehen.“

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Auch die Aufklärungsquoten sind mit Vorsicht zu genießen. Hohe Werte gehen nicht immer auf intensive Ermittlungsarbeit zurück, wie Rösch einräumt: „Delikte wie Ladendiebstahl und Schwarzfahren werden in der Regel angezeigt, wenn man den Täter schon erwischt hat.“

Eine extrem hohe Aufklärungsquote verzeichnet die Statistik auch bei Rauschgiftdelikten: 108 von 110 Fällen in Rodgau gelten als aufgeklärt. Kein Wunder, wie der Polizeisprecher erklärt: „Wenn jemand bei einer Kontrolle mit Rauschgift angetroffen wird, zieht das fast automatisch eine Anzeige nach sich.“ Auch wenn es auf den ersten Blick paradox wirkt: „Hohe Zahlen bei solchen Delikten machen deutlich, dass die Polizei aktiv war.“

(eh)

Quelle: op-online.de

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