Erfreuliche Entwicklung

Kriminalstatistik weist erneut weniger Straftaten aus

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Die lauteste Straftat des vergangenen Jahres: Ein Geldautomat der Deutschen Bank wurde in Nieder-Roden gesprengt.

Rodgau - Im zweiten Jahr in Folge ist die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten gesunken. Schon 2016 hatte es mit 1816 Fällen gegenüber dem Vorjahr 149 weniger gegeben. 2017 sank diese Zahl dann nochmals auf 1793.

Die Kriminalstatistik 2017 des Polizeipräsidiums Südosthessen weist für Rodgau gute Zahlen aus. Die erfassten Fälle werden weniger, die Aufklärungsquoten bleiben hoch. Erster Polizeihauptkommissar Harry Keckeis nennt diese Entwicklung „erfreulich“. Markant ist der Rückgang bei Diebstählen in oder aus Wohnungen: minus 49,4 Prozent bedeuten 42 Fälle gegenüber 83 im Jahr 2016. Oder der Tageswohnungseinbruch: minus 58,3 Prozent. Macht 15 statt 36 Fälle. Noch erfreulicher wird dieses Bild, wenn man weiß, dass in der Statistik auch die Einbruchsversuche inbegriffen sind. „Die Täter geben also häufig auch auf. Die polizeilichen Beratungsangebote zeigen Wirkung“, stellt Keckeis fest.

Er erinnert zum Beispiel an die polizeiliche Bürgersprechstunde im Rodgauer Rathaus und den Polizeiladen in Offenbach mit Mitarbeiter Peter Bender, der in Stadt und Kreis unterwegs ist, um bei Seniorennachmittagen Tipps zur Sicherung von Türen und Fenstern zu geben. Hoch sind die Aufklärungsquoten etwa bei Einbrüchen in Kfz (55,6 Prozent), Betrug (72,9 Prozent) und Rauschgiftdelikten (94,6 Prozent).

Vier Tötungsdelikte weist das Zahlenwerk für 2017 aus. Darin sind auch ältere Fälle enthalten. Keckeis: „Zwei Fälle stammen aus 2015 und sind aufgrund der abgeschlossenen Ermittlungen in die 2017er Statistik eingeflossen. In einem der Fälle ist eine Person gestorben und es besteht der Verdacht einer Tötung. Im anderen Fall handelt es sich um einen versuchten Totschlag. Hier ist bereits sein Urteil ergangen. Ein Fall fließt aus 2016 ein: versuchter Totschlag mit Messer auf der Rastanlage Weiskirchen. Opfer war ein durchreisender Tourist. 2017 gab es einen versuchten Totschlag aus dem Bereich häusliche Gewalt.“

Bankautomat in Nieder-Roden gesprengt: Bilder

Zum Problem wird mit der wärmeren Jahreszeit wieder der Fahrraddiebstahl. 2017 gab es 198 Fälle, nur 15 konnten geklärt werden. „Wir haben mit den S-Bahnhöfen und dem Badesee viele Tatgelegenheiten“, erläutert Keckeis. Er rät Fahrradfahrern, Schlösser verschiedener Bauarten zu verwenden – etwa ein Bügelschloss und zusätzlich ein Spiralschloss. „Manche Täter sind spezialisiert auf bestimmte Schlösser und haben auch nur dafür Aufbruchswerkzeug dabei.“ Doppelt gemoppelt hält also auch in diesem Fall besser. Auffällig ist die Steigerungsrate beim Mopedklau von 14 auf 26 Fälle. Aber: 50 Prozent der Diebe wurden wegen hohen Kontrolldrucks erwischt. Es handelte sich um Jugendliche und Heranwachsende, die schon bei anderen Gelegenheiten Spuren hinterlassen hatten.

Die Steigerungsrate bei den Rauschgiftdelikten (plus 36,7 Prozent bei 149 Fällen) erklärt Keckeis auch mit verstärkten Kontrollen wegen nächtlicher Ruhestörung. Dabei treffen die Ermittler häufig auf Jugendliche, die gerade mal was rauchen oder Stoff für den Eigengebrauch dabeihaben. „Die Staatsanwaltschaft stellt solche Fälle überwiegend ein. Die steigen erst beim Handel richtig ein.“ Zugenommen hat die Zahl der Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen – von 79 auf 115 Fälle. Hingegen wurden 2017 beruhigend wenige Handtaschenraube gemeldet: ein einziger. Bis heute ist er allerdings nicht geklärt. (bp)

Quelle: op-online.de

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