Friedlich und schlau durch Musik

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Gemeinsam musizieren heißt auch gemeinsam gesteckte Ziele erreichen: die Bläserkids des Musikvereins Nieder-Roden. Die Jungen und Mädchen beweisen nach ihrer Dirigentin Angela Groh, wie Musik Leistung, Konzentrationsfähigkeit und Kreativität verbessern kann.

Rodgau - (pul) Der Zauber der Musik verbindet Jung und Alt. In Rodgaus Chören, Orchestern und der Freien Musikschule erhalten Kinder bereits ab dem Babyalter ihre musikalische Ausbildung.

Die Leidenschaft des gemeinsamen Musizierens setzt sich wie eine Art „positiver Virus“ im Geist fest und führt zum jahrzehntelangen Griff nach dem Notenheft - durch alle Lebensabschnitte hindurch. Kinder handeln von Geburt an musikalisch, stellt der Verband der Bayerischen Sing- und Musikschulen fest. Sie haben Freude daran, den Geräuschen, Tönen und Klängen in ihrer Umgebung zu lauschen und setzen diese spontan in Tanz und Bewegung um. Dabei kommt die positive Wirkung auf die geistige Entwicklung nicht zu kurz. Langzeitstudien zeigen einen Anstieg des Intelligenzquotienten um bis zu sechs Punkte, wenn Kinder unter acht Jahren regelmäßig musizieren. Nach vier Jahren Musikunterricht zeigen sich bessere Schulnoten in Geometrie, Deutsch, Englisch und Mathe. Das ergab eine Studie von Prof. Dr. Hans Günther Bastian an Berliner Schulen.

Gehirnhälften werden besser miteinander verknüpft

Angela Groh, Sozialpädagogin und Dirigentin vom Musikverein Nieder-Roden, bestätigt diese Studienergebnisse: „Die rechte und linke Gehirnhälfte werden durch das Musizieren deutlich stärker miteinander verknüpft.“ Dies führe zu mehr Leistung, Konzentration und Kreativität. Außerdem seien Musiker deutlich weniger aggressiv.

Beim Spielmannszug der TGM SV Jügesheim wird über Generationengrenzen hinweg Musik gemacht.

Der soziale Aspekt äußert sich besonders im Orchester. Jeder muss Bestleistungen bringen, damit der Auftritt perfekt funktioniert, weiß Angela Groh. Dabei tut es zum Beispiel introvertierten Charakteren gut, beim Solo die erste Geige zu spielen und das Weiße in den Augen der Zuschauer zu sehen, was spätestens im Erwachsenenalter nur vorteilhaft sein kann. Angela Groh: „Jeder der schon als Kind auf der Bühne war, kann später gute Vorträge halten.“
Der soziale Aspekt spielt auch beim Evangelischen Kirchenchor in Dudenhofen eine große Rolle. Wie anders ist es zu erklären, dass sieben Sängerinnen seit sechs Dekaden oder mehr zum Lob Gottes singen. „Es hat sich dermaßen eingebürgert, dass man nicht mehr davon lassen kann“, beschreiben die sangesfreudigen Damen ihr langjähriges Engagement.

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Das gleiche Glücksgefühl in der Gemeinschaft erlebt Walter Bruder. Der Abteilungsleiter des Spielmannszugs der TGM SV Jügesheim trommelt seit 61 Jahren und gibt sein Wissen mit Leidenschaft an die nächste Generation weiter: „Der Spielmannszug ist eine große Familie, man wird hier aufgefangen. Die Kinder können sich hier selber finden“, beschreibt er den Zusammenhalt in der musikalischen Gemeinschaft.

Diese positiven Aspekte vor Augen geführt, gehört musizieren und singen in jedes Leben, oder wie sich Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer in einem Vortrag bei der Freien Musikschule ausdrückte: „Wenn es Musik nicht seit 32 000 Jahren gäbe, müsste man sie ganz schnell erfinden“, denn das Liedgut bringt Glück, Freude und Gesundheit in jedes Lebensalter.

Quelle: op-online.de

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