Postbote lud Briefe beim Falschen ab

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Herbert Hillenbrand ärgert sich über schlampige Postzustellung: Zwei Hände voller Postsendungen für fremde Leute lagen im Briefkasten.

Hainhausen (eh) ‐ Manchmal kommt der Briefträger gar nicht, an anderen Tagen ist es umso doller: Zwei Hände voller Postsendungen an wildfremde Leute hat Ursula Hillenbrand in Hainhausen am Montag aus dem Briefkasten geholt.

Wie das passieren konnte, ist auch ihrem Ehemann Herbert schleierhaft: „Ich kann es einfach nicht verstehen, dass so etwas passiert.“ Der Zusteller müsse doch einen Blick auf die Briefe werfen, bevor er sie in den Briefkasten steckt.

Der Postmann hatte offenbar bereits beim Sortieren einen Fehler gemacht. Auf den Briefen standen nicht nur unterschiedliche Namen, auch die Adressen waren bunt durcheinander gewürfelt: Spechtstraße, Amselweg, Rubensstraße, Ringstraße…

Was nun? „Wir können die Briefe ja jetzt nicht in ganz Hainhausen austragen“, sagt Herbert Hillenbrand. Deshalb hat er alle Sendungen in ein großes Kuvert gepackt und in den gelben Postkasten geworfen - mit einer passenden Bemerkung auf dem Umschlag. Nur einen Brief hat er dem Empfänger direkt gebracht: „Das war ein Brief vom Gericht. Den habe ich persönlich eingeworfen, damit er noch rechtzeitig ankommt.“

„Früher konnte man sich auf den Briefträger verlassen“

Für Herbert Hillenbrand ist das Bündel falsch zugestellter Briefe der Höhepunkt in einer Reihe an Fehlleistungen. Montags werde oft gar keine Briefpost mehr ausgetragen. Mitunter sei ein Kasten mit Postsendungen unter freiem Himmel abgestellt. „Früher konnte man sich auf den Briefträger verlassen“, blickt der Hainhäuser zurück.

Thomas Kutsch, Pressesprecher der Deutschen Post in Frankfurt, sieht die Sache gelassen: „Menschen machen Fehler - und Postboten sind auch nur Menschen.“ Ein Briefträger müsse bis zu 1 500 Sendungen am Tag verteilen. Wenn dabei mal ein Versehen geschehe, sei es am Besten, die falsch zugestellten Sendungen dem Postboten wieder mitzugeben. Man könne die Briefe aber auch in den nächsten Postkasten werfen.

Allen, die aus Versehen einen falsch zugestellten Brief öffnen, rät Kutsch, eine Notiz auf den Briefumschlag zu schreiben („irrtümlich geöffnet“) und die Sendung dem richtigen Empfänger zu bringen. Offenheit sei in solchen Fällen immer besser, als den Umschlag wieder zuzukleben und die Sache zu vertuschen. Kutsch: „Sonst kommt ja der Postbote in Verdacht.“

Quelle: op-online.de

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