Figur spurlos in Gepäckablage verschwunden

Präsident vergisst Jockel in der S-Bahn

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JSK-Sitzungspräsident Peter Otto ist überglücklich, dass der Jockel-Verlust so glimpflich abging. Die neue Figur ist ein echtes Kunstwerk.

Rodgau - Die aktuelle Fastnachtskampagne hat ihren bisherigen dramatischen Höhepunkt: Sitzungspräsident Peter Otto vom Jügesheimer Sport- und Kulturverein JSK hat seinen Jockel und damit sein närrisches Herrschaftszeichen verloren. Von Bernhard Pelka

Ein Sitzungspräsident ohne Jockel: Peter Otto hat diesen Albtraum durchlebt. In der S-Bahn ließ er den Regentenstab liegen. Das ist umso ärgerlicher, da die Kasperlpuppe mit der langen frechen Nase aus dem Jahr 1947 stammt. Sitzungspräsident Heinrich Jäger hatte sie damals gestiftet. Seither war sie über 70 Jahre hinweg von Präsident zu Präsident weitergegeben worden.

Das Malheur passierte am Ende der Staatsbesuchetour mit dem Rodgau-Prinzenpaar. Mehr als 100 JSK-Aktive reisten bei dieser Tour der großen Gefühle zu befreundeten Vereinen, um dort das Geschehen im Saal mit ihrem Gastauftritt zu bereichern.

Die ganze Mannschaft fuhr in der S-Bahn von Ort zu Ort. Letzte Station war die Sitzung der Turnerschaft Ober-Roden. Auf dem Heimweg legte Peter Otto den Jockel oben in die Gepäckablage – und vergaß ihn beim Aussteigen in Jügesheim. „Ich war ganz fertig“, erinnert er sich nur ungern an die Schrecksekunde, als der Verlust auffiel.

Bilder: Prinzenball des JSK Rodgau

Jockel und S-Bahn düsten weiter nach Wiesbaden. Dort verliert sich die Spur. Alle Versuche, die Puppe wiederzubekommen scheiterten. Anruf beim Fundbüro der Bahn: Fehlanzeige. Nottelefonat mit dem RMV noch in derselben Nacht: ohne Erfolg. Durchsuchung des Zugs nach dessen Rückkehr aus Wiesbaden um 2 Uhr morgens: Zwecklos, da in der Landeshauptstadt manche Wagen abgehängt worden waren.

Also musste ein neuer Jockel her. JSK-Finanzvorstand Lothar Mark konnte helfen. Seine Kontakte zur Frankfurter Stiftung Liebighaus schlugen die Brücke zu dem Eberbacher Holzbildhauer Thomas Hildenbrand, dessen beeindruckende Skulpturen unter anderem im Museum am Dom zu Würzburg stehen. Aus Lindenholz schuf er einen neuen Jockel – „ein unbezahlbares Unikat“, wie Peter Otto strahlend sagt. Beim Rathaussturm hatte die Ersatzfigur Premiere.

Und der alte Jockel? „Hoffentlich findet er wenigstens ein Plätzchen, an dem er geliebt wird“, sagt Ottos Frau Nicola gerührt. Auch sie hat den Neuen aber schon lieb gewonnen. Und ihm in Windeseile eine wunderschöne Halskrause genäht.

Jugendfastnachtssitzung der JSK Rodgau: Bilder

Quelle: op-online.de

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