Die Preise sacken in den Keller

+
Auch bei Spahn in Jügesheim purzeln die Preise. Dort ist das Schnäppchen-Finale in vollem Gange.

Rodgau - (agr / bp) Seit 2004 sind die gesetzlichen Vorschriften zum Sommerschlussverkauf eigentlich Geschichte. Doch so richtig tot zu kriegen ist die sommerliche Preisoffensive nicht. Wie bewerten Kunden und Geschäftsleute die Bedeutung des Aktionsverkaufs? Wir haben uns in Jügesheimer und Dudenhöfer Geschäften umgehört.

Vor allem Textilien werden momentan reduziert, was das Zeug hält. Allerdings nicht mehr, wie früher, zu einem bestimmten Zeitpunkt. Burkhard Spahn, Inhaber des Textilhauses Spahn in Jügesheim bestätigt: „Wir reduzieren 14 Tage früher, und sobald wir Schilder ins Fenster hängen, kommen auch die Kunden.“

Sigrid Malecki (53): „Ich achte nicht wirklich auf den Sommerschlussverkauf. Ich kaufe dann ein, wenn ich etwas brauche. Aber natürlich nutze ich schon gerne das eine oder andere Schnäppchen.“

Zwar gibt der Einzelhandelsverband nach wie vor eine Termin-Empfehlung zum Sommerschlussverkauf, doch in kleineren Städten müssen schon vor diesem Termin die Preise purzeln. „Wir müssen schon vorher reduzieren, damit wir mit den großen Städten mithalten können. Sonst lohnt es sich für uns nicht mehr so sehr“, beschreibt Stefanie Kupi, Verkäuferin bei Sport Berger in Jügesheim, die Lage an der Einkaufsfront. Die neue Ware komme schon an, wenn die alte noch nicht ganz verkauft sei. „Da muss Platz gemacht werden.“

Platz schaffen - das ist zu Saisonschluss das Wichtigste für viele Einzelhändler. „Das machen alle zum Ende der Saison“, erzählt Gudrun Heusner, Besitzerin der Boutique Caractere in der Hintergasse in Jügesheim. „Durch den Sommerschlussverkauf gewinnt man auch neue Kunden.“ Für sie und ihren Laden hat sich seit 2004, dem Jahr in dem der offizielle SSV abgeschafft wurde, nicht viel verändert. „Man muss sich allerdings immer noch von den anderen abheben.“ Das versucht sie mit einem Spiel, bei dem ihre Kunden selbst bestimmen können, um wie viel ihr Einkauf reduziert wird.

Irina Birth (22): „Ich kaufe ein, wenn ich Zeit dafür habe. Ich stolpere eher durch Zufall über ein Angebot im Sommerschlussverkauf. Und wenn ich einkaufen gehe, dann eher nach Frankfurt in die Stadt.“

Kaufe drei - zahle zwei“ heißt es hingegen zurzeit bei belmodi in Dudenhofen an der Hegelstraße. Das Textilunternehmen hat zwar schon seit vier Wochen die Preise heruntergefahren, setzt jetzt aber noch eins drauf. Wer drei Teile kauft, muss nur zwei bezahlen. „Früher war der Sommerschlussverkauf der Auftakt zu kräftigen Preisnachlässen“, berichtet belmodi-Sprecher Kurt Klee. „Heute ist es hingegen der Endpunkt und das eigentliche Geschäft ist schon gemacht.“ Die meisten Händler reduzierten schon Wochen vorher. „Da muss man mitziehen, sonst hat man das Nachsehen.“

Wenn man die Kunden fragt, gehen nur wenige gezielt zum Schlussverkauf einkaufen. Die meisten schauen nach „gut und günstig“ - egal ob SSV oder nicht. Genaues Hinsehen lohnt sich derzeit aber trotzdem. Denn so richtig in den Keller rauschen die Preise nach wie vor erst zum großen Schnäppchen-Finale im Schlussverkauf.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare