Stadtparlament entscheidet am 18. Juni

Preisnachlass für Strandbad-Dauerkarten?

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Kein einziger Schwimmer ist im Wasser: So sah der Rodgausee am Sonntag aus

Nieder-Roden -  Das Warten hat ein Ende: Die Badesaison im Strandbad kann voraussichtlich in ein bis zwei Wochen beginnen.

In dieser Woche sollen Container aufgebaut werden, die das abgebrannte Betriebsgebäude ersetzen. Der Magistrat schlägt eine Preisermäßigung für Dauerkarten vor, weil die Saison so spät beginnt. Die Stadtverordneten entscheiden darüber am 18. Juni.

Der Magistrat schlägt gestaffelte Preisnachlässe vor: Erwachsene sollen zehn Euro weniger bezahlen, Kinder und andere Ermäßigte fünf Euro weniger. Für Familien soll der Preis um 15 Euro sinken. Das sind jeweils rund 20 Prozent, für Familien etwas mehr. Ermäßigte Karten sollen nur bis einschließlich 15. Juli erhältlich sein. Wer sich danach für eine Dauerkarte entscheidet, zahlt den vollen Preis.

„Saint-Tropez am Baggersee“ ist ein Sehnsuchtsort bei Sommerhitze. Hinter dem Gittertor locken Strand und Wasser. Für Badegäste sind sie zurzeit unerreichbar.

Mit dem vorgeschlagenen Preisnachlass reagiert der Magistrat auf einen Wunsch vieler Bürger. Bereits vor dem Brand waren 71 Dauerkarten im Vorverkauf erworben worden. Betroffene können sich das zu viel bezahlte Geld voraussichtlich im Bürgerservice des Rathauses auszahlen lassen. Den Einnahmeverlust durch die Preisermäßigung schätzt der Magistrat auf 12.000 Euro. Diese Kalkulation basiert auf den Zahlen der vergangenen drei Jahre. Im Durchschnitt wurden knapp 1300 Saisonkarten verkauft (genau: 664 für Erwachsene, 336 ermäßigte, 178 Familienkarten).

Ein Brand hatte das Betriebsgebäude am 20. März zerstört. Als Ursache vermutet die Polizei einen elektrischen Defekt in einem Umkleide- und Duschraum. Fünf Wochen nach dem Brand wurde der Leichtbau aus Metall und Holz abgerissen. Als Ersatz hat die Stadt Container gekauft. Nachdem die Versorgungsleitungen wieder hergestellt sind, werden die provisorischen Räume in den nächsten Tagen aufgebaut.

Der Eingang wird um 100 Meter nach rechts verlegt, also an die Schnittstelle zwischen Textil- und FKK-Strand. Dort befand sich bisher eine Betriebszufahrt. Das Fundament des Kassencontainers wird aus einem besonders schnell trocknenden Beton gegossen, um die Bauzeit zu minimieren.

Abrissarbeiten am Strandbad Nieder-Roden: Bilder 

WCs, Duschen und Umkleideräume für die Besucher kommen etwa an den bisherigen Platz. Sie werden auf die Betonplatte des bisherigen Betriebsgebäudes gesetzt, die den Brand überstanden hat. Die Wachstation wird oben aufgesetzt. Von einem Balkon aus haben die Schwimmmeister und Rettungsschwimmer den See und den Textilstrand im Blick. Für den FKK-Strand gibt es nach wie vor einen gesonderten Aussichtspunkt.

Das Container-Provisorium bietet die Chance, das Strandbad trotz des Brandschadens noch im Lauf des Sommers wieder zu öffnen. Gleichzeitig erhalten die städtischen Gremien Zeit, über die Zukunft des Strandbads zu beraten. Der Strand wird größer, weil das Kieswerk Kaspar Weiss einen Teil des Ufers an die Stadt zurückgeben will. Das ermöglicht die Option, den Badebetrieb zu erweitern. Erste Ideen dazu gibt es bereits: Die in Rodgau regierende Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Rodgauer Liste beschäftigte sich damit auf einer Klausurtagung im Mai. (eh)

Quelle: op-online.de

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