INTERVIEW Sebastian II. und Sabrina II. machen den Narren Mut

Prinzenpaar darf nicht, wie es will

So kennt man das Prinzenpaar: jubelnd vor Begeisterung. Daraus wird in dieser Kampagne nichts. 
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So kennt man das Prinzenpaar: jubelnd vor Begeisterung. Daraus wird in dieser Kampagne nichts. archiv

Rodgau – Wegen Corona fällt die Fastnachtskampagne 2020/2021 aus. Das Rodgau- Prinzenpaar der vergangenen Session, Sebastian II. und Sabrina II. (Mahr), bleibt deshalb im Amt, bis Narretei wieder ungezwungen möglich ist und neue Tollitäten bestimmt werden können. Wir sprachen mit den Regenten über die missliche Lage.

Nicht mal Fahnehissen geht morgen, am 11.11. – oder?

Doch doch, ein Fahnehissen wird es geben. Natürlich nicht so, wie wir das alle kennen. Und den obligatorischen Köhler-Kuss und den Gugiknacker muss man zu Hausen essen. Aber wir können jetzt schon versprechen: Auch zu Hause werden wir virtuell für die richtige Atmosphäre sorgen. Am Morgen des 11.11. sollte man sehr genau die Facebook-Seite der JSK-Fastnachter im Auge behalten. Vielleicht entdeckt man ein bekanntes Gesicht.

Fallen Sie danach in ein tiefes emotionales Loch, weil nichts Närrisches mehr läuft?

Das Loch ist definitiv da! Doch die Frage ist, wie man damit umgeht. Natürlich haben auch wir Überlegungen, ob man nicht doch etwas auf die Beine stellen könnte. Etwas, an das man zuvor vielleicht auch nie gedacht hat. Aber bei der aktuellen Entwicklung rücken auch diese Ideen immer weiter in die Ferne. Es bleiben aber Ideen, die man virtuell verwirklichen kann. An denen wird bereits tatkräftig gearbeitet. Damit versuchen wir uns bei Laune zu halten, nutzen die ausgefallene Kampagne zum Luft holen, um dann mit Vollgas in eine neue tolle Fastnacht starten zu können.

Welche Strategien haben Sie, um trotz ausgefallener Kampagne in Fastnachtsform zu bleiben? Praktizieren Sie zum Beispiel jeden Morgen im Bad vorm Spiegel den Hallau-Ruf? Oder machen am Fastnachtsdienstag einen Mini-Privat-Umzug zu zweit durch Ihre Wohnung?

Wir hoffen, die ein oder andere Aktion wird gelingen, sodass auch wir nicht aus der Übung kommen. Auch zu Hause werden wir unsere lieb gewonnen Rituale pflegen. Die Kreppel werden wir uns trotzdem am Fastnachsamstag morgen (vielleicht nicht ganz so früh) schmecken lassen. Nur: Wie der Prinz das mit den Fischweck nachts um vier macht, das wissen wir noch nicht so ganz.

Welche Aufgaben bleiben Ihnen in der verhinderten Kampagne überhaupt? Droht Ihnen Langeweile pur?

Aufgaben bleiben uns als Prinzenpaar jetzt leider naturgemäß nicht mehr. Aber von Langeweile kann nicht die Rede sein. Die Zeit wird genutzt, um Altes aufzubereiten, Neues zu spinnen und so Schwung für einen Neustart zu holen. Wenn dann noch Zeit ist, werden Fotoalben geblättert, Videos geschaut und so die Langeweile mit den schönen Erinnerungen, vor allem aus dem letzten Jahr, vertrieben. Apropros Video: Hier werfen die Ereignisse ihre Schatten voraus. Da alles noch in der Planung ist, sei hier noch nicht zu viel verraten. Aber eins ist sicher: Man darf schon mal gespannt sein!

Sie haben bestimmt Mitgefühl für ihre verhinderten Nachfolger. Wenn Sie Ihnen Trost aussprechen könnten - was würden Sie ihnen sagen?

Unseren verhinderten Nachfolgern zollen wir den größten Respekt, in dieser Zeit bereit für dieses Amt zu sein, jetzt nicht zu dürfen. Das Geheimnis noch ein Jahr länger mit sich herum zu tragen, ist eine große Herausforderung! Seid nicht traurig. Nach diesem Dürrejahr wird es zu eurer Kampagne richtig krachen! Haltet durch, euer Traum wird wahr werden und ihr werdet eine wundervolle Zeit haben. Ihr werdet in die Geschichte eingehen als erstes Prinzenpaar mit doppelt langer Vorfreude!

Und vor allem: Wie muntern Sie Rodgaus Narren aus der Distanz heraus auf?

Den Rodgauer Narren rufen wir zu: Behaltet die Farben Rot, Weiß, Geld und Blau im Herzen! Die Vereine werden ihr Bestes geben, um euch die Zeit so närrisch wie möglich zu gestalten und das Konfetti im Blut in Wallung bringen! Und wir wollen euch bitten: Haltet euch an die geltenden Regeln, damit wir bald alle wieder zusammen Fastnacht feiern dürfen. Dann gibt es nur noch ein einziges Virus: unser geliebtes Fastnachtsvirus!

Die Fragen stellte Bernhard Pelka

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