Prinzenpaar trommelt für Heiterkeit

+
Das Prinzenpaar Sandra I. und Stefan II. bläst den Rodgauer Narren zwar nicht den Marsch. Aber zusammen mit den Söhnen Julien, Jene-Etienne und Yves-Joel (von links) trommeln die närrischen Herrscher lautstark für den Humor.

Rodgau - Über der Eingangstür zum Haus Wilhelm-Busch-Straße 5 steht groß „Willkommen“. Wer die freundlich-gelbe Doppelhaushälfte in Jügesheim betritt, fühlt sich tatsächlich herzlich aufgenommen. „Wir haben immer volle Hütte“, sagt Sandra Grimm mit einem freundlichen Lächeln. Von Bernhard Pelka

Die Besucherfrequenz wird die nächsten Wochen noch steigen. Denn Sandra Grimm und ihr Ehemann Stefan bilden das Rodgau-Prinzenpaar. Und bei dem ist zur Fastnacht traditionell viel los. Das wird die närrischen Herrscher nicht stören. Im Gegenteil. Sie genießen den Trubel und die große Gesellschaft. Davon gibt es reichlich. Allein wegen der drei Söhne Julien (14), Yves-Joel (10) und Jene-Etienne (4) und der großen Verwandschaft. Zum Beispiel Melanie, eine Schwester der Prinzessin. Sie wohnt gleich nebenan.

Die Grimms sind also eine große Familie. „Das habe ich mir immer gewünscht“, schwärmt Prinz Stefan II. „Ich habe schon als 16-Jähriger alleine gewohnt. Damals war nicht abzusehen, dass ich mal so eine herrliche Familie haben werde.“ Hinzu kommen zur Familie natürlich viele Freunde und Bekannte. Sie alle freuen sich derzeit mit Sandra I. und Stefan II. über die Ehre der närrischen Regentschaft. Für die beiden erfüllt sich damit ein Traum. Denn die Fastnacht brachte ihnen die Liebe und jetzt auch den höchsten närrischen Adelstitel. Sandra und Stefan Grimms Lebenswege kreuzten sich erstmals beim Quartett-Maskenball der Germania Ober-Roden. Eine Woche später, beim Giesemer Zinnober der TGM, funkte es dann endgültig.

Sandra I. ist waschechte Giesemerin. Im Ostring aufgewachsen, hatte sie früh Kontakt zur TGS. Ihr Opa, Gottfried Löw, war ein Urgestein der Turngesellen. Das prägte die Prinzessin. Schon als Mädchen übte sie sich im Geräteturnen. Ihren Prinzen heiratete sie - wie passend - in der Fastnachtszeit. In Offenbach arbeitet die 39-Jährige als Erzieherin in der städtischen Kita 20 nahe dem Stadtkrankenhaus. Das ist ihr Traumberuf schlechthin. Viele Rodgauer kennen die kinderliebe Pädagogin folglich auch als freundliche Kursleiterin im Kinderbüro „Sonnenkäfer“ in Nieder-Roden.

Stürmer der TGM und Mitglied im Männerballett

Ihren Prinzen erlebten die Jügesheimer als Stürmer der TGM und als Mitglied des Männerballetts. Der gebürtige Offenbacher, der 1980 mit seinen Eltern nach Rollwald zog, war früher Dauergast diverser Maskenbälle. Zusammen mit seiner Prinzessin spielt der 43-Jährige in der Druff-Kapell   Guggemusik. Dort schlägt er die Pauke. Auch sind beide im Vergnügungsausschuss der TGS.

Gefeiert hat das Prinzenpaar Fastnacht schon immer gern. Vor zwei Jahren kamen die heutigen Tollitäten wieder als Aktive dazu. Die TGS ist ihre Heimat. Zuhause fühlen sich beide aber auch beim Freundeskreis, der sich nach der geplatzten Fusion von TGS und TGM SV auch aus TGS-Karnevalisten und TGS-Turnern gebildet hatte. Sandra Grimms Vater, Herbert Löw, hilft dem Freundekreis beim Wagenbau. „Karnevalisten sollen zusammenhalten. Sie sind für die Freude zuständig. Da darf es keine Grenzen geben“, appelliert die Prinzessin.

Schier Grenzenlos ist das Engagement der Tollitäten in der Fünften Jahreszeit. Trommelnd legen sie sich bei der Guggemusik dafür ins Zeug. Sohn Julien hilft bei den TGS-Sitzungen außerdem in der Technik und spielt im „Prinzlichen Orchester Staatsbesuche“ (PROST) die Landsknechttrommel. Yves-Joel ist mit den Jung-Gugisheimern unterwegs. Und der Kleinste, Jene-Etienne, spielt bei den Minkas in der aktuellen Kampagne die Großmutter.

Fastnacht: TGM SV Jügesheim mit Mottoshow

TGM SV mit Mottoshow zum Ufftakt

„Die Fastnacht zieht sich durch unser Leben wie ein roter Faden“, beschreibt Stefan Grimm die enge Verbundenheit mit dem organisierten Frohsinn. Der gelernte Speditionskaufmann und Verkehrsfachwirt lebt seit 2000 in Jügesheim. Er ist er selbstständig und leitet eine Firma, die Logistiksoftware für Speditionen programmiert.

Weihnachten stand für ihn und seine Prinzessin schon ganz im Zeichen der nächsten Wochen. „Wir haben Reden geschrieben und die Grußkarten fertig gemacht. Und wir haben Portraits von uns in zahlreiche Geschäfte für ihre Schaufenster gebracht.“ Die Tage (und vor allem die Nächte) bis Aschermittwochwerden anstrengend. 33 offizielle Staatsbesuche sind schon fest gebucht. 20 weitere kurzfristige Einladungen kommen sicher noch hinzu. Und das alles in nur sechs Wochen. Da bleibt für das große Hobby von Sandra Grimm - die Malerei - wenig Zeit. Erst nach dem Kehraus wird die Prinzessin mit dem großen Herz für Kinder wieder an der Staffelei sitzen und ihre Lieblingsmotive malen. Dazu gehören an erster Stelle Herzen. Wie könnte es bei diesem Naturell auch anders sein?

Quelle: op-online.de

Kommentare