Rund 39.000 Ecstasy-Pillen verkauft

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Auch mit Kokain handelten die beiden Verurteilten.

Rodgau (gel) - Auf der Strafmaß-Skala zwischen einem bis 15 Jahren günstig davon gekommen: wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sind zwei Rodgauer vor dem Landgericht Darmstadt zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und 250 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden.

S. (26) und K. (25) waren vorher strafrechtlich nie in Erscheinung getreten, als sie 2008 in der Szene begannen, sich mit dem Dealen von Partydrogen Geltung zu verschaffen. In insgesamt 52 Fällen erwarben und veräußerten sie geringe Mengen Kokain, 39.000 Ecstasypillen und 1,4 Kilogramm Amphetamin (Speed).

Richterin Ingrid Schroff bescheinigte dem Duo Gewerbsmäßigkeit und eine gewisse kriminelle Energie – 500 bis 1000 Euro pro Person warf die Einnahmequelle wöchentlich ab. Die Juristin kam in ihrer Urteilsbegründung allerdings nicht umhin, die zahlreichen Milderungsgründe aufzuführen: ein voll umfängliches Geständnis, keine Vorstrafen, keine Rückfallgefahr. Erhebliches Gewicht trägt außerdem ein Umstand, der den beiden Verurteilten eher zufällig zugute kommt: die Verfahrensverzögerung. Die Anklage war bereits im November 2008 erhoben worden – und sei laut Schroff rechtsstaatwidrig gewesen, verursacht durch einen Fehler der Staatsanwaltschaft Frankfurt. Dort lagerten die Dokumente eineinhalb Jahre, bis man feststellte, dass die Zuständigkeit nicht dort, sondern in Darmstadt liegt.

„Drei Jahre hat das Verfahren über Ihnen geschwebt, das hat schon strafähnlichen Charakter“, so die Richterin. Als Entschädigung für die überlange Verfahrensdauer rechnet sie einen Monat der zwei Jahre als bereits vollstreckt an.

Quelle: op-online.de

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