Jugendlicher schlägt  Mitschüler die Nase ein, Schule rät Eltern zur Strafanzeige

Prügel nach Schulschluss: „Wir dulden keine Schlägereien“

Jügesheim - Ein 14-jähriger Schüler wurde nach dem Unterricht von einem älteren Mitschüler krankenhausreif geschlagen. Nach Auskunft der Schulleitung und der Polizei handelt es sich um einen absoluten Einzelfall. Dem Schläger droht ein Schulverweis. Von Ekkehard Wolf 

Erst vor wenigen Tagen hatte eine Schlägerei an einer Schule in Seligenstadt für Aufregung und öffentliche Schlagzeilen gesorgt, nun ein Fall aus Rodgau: Es geschah am 23. September, heute vor elf Wochen. Am Freitag nach der sechsten Stunde wurde ein Schüler der Georg-Büchner-Schule von einem älteren Schüler so stark geschlagen, dass seine Nase mehrfach gebrochen wurde. Er wurde noch am selben Tag operiert und lag drei Tage in der Frankfurter Uniklinik.

Die Folgen halten auch nach elf Wochen an, wie die Mutter des 14-Jährigen mitteilt: „Unser Sohn ist nach wie vor nicht schulfähig.“ Zum Hergang gibt es unterschiedliche Angaben. Die Schulleitung weiß von Zeugenaussagen, wonach sich die beiden Jugendlichen zu einer Prügelei nach Schulschluss verabredet hatten. Der 14-Jährige hingegen sagt, er sei von etwa zehn anderen in die Enge getrieben, festgehalten und mehrfach ins Gesicht geschlagen worden.

Widersprüchlich sind auch die Aussagen zum Ort des Geschehens: Wurde der Junge auf dem Schulgelände verletzt oder auf dem Stichweg neben der Kindertagesstätte am Nordring? Das wird vielleicht erst vor Gericht geklärt. Dabei geht es um die Frage, wer für die Folgen haften muss. Die Schule hat den Fall an das Staatliche Schulamt abgegeben. „Wir haben den Eltern geraten, Strafanzeige zu erstatten“, sagt der stellvertretende Schulleiter Volker Hildebrandt auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir haben ein hohes Interesse daran, das aufzuklären.“ Es handele sich um einen Einzelfall: „Ich bin seit mehr als neun Jahren hier und es ist der erste Vorfall in dieser Intensität. Auch früher in Offenbach habe ich so etwas nicht erlebt.“

Auch die Polizei spricht von einem Einzelfall. Schläge unter Schülern, die im Krankenhaus enden, seien selten, sagt Pressesprecher Rudi Neu. Die Schulen und die Polizei arbeiteten Hand in Hand, um die Schüler zur friedlichen Konfliktlösung zu erziehen. Doch trotz aller Prävention zeige die Erfahrung: „Ausschließen kann man nichts.“

In Gewaltkonflikten richtig verhalten

„Wir dulden keine Schlägereien und wir ahnden sie“, betont Volker Hildebrandt. Eine Klassenkonferenz sei anberaumt, um über Ordnungsmaßnahmen zu entscheiden. Der Schläger müsse damit rechnen, dass ihm ein Schulverweis angedroht werde. Die Klassenkonferenz wolle beide Kontrahenten befragen, um den Sachverhalt einschätzen zu können.

Aufschluss über den Ablauf der Tat könnte möglicherweise ein Videoclip geben, den ein Augenzeuge angeblich mit seinem Mobiltelefon aufgenommen hat. Weder die Schulleitung noch die Eltern des 14-Jährigen haben dieses Video aber bisher gesehen. Auf den Jungen kommt wohl ein weiterer Schulwechsel zu. Seine Mutter sagte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, die Familie habe sich schon bei anderen Schulen umgehört.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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