Puiseauxplatz

Grüne Visitenkarten vor der Tür

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Wer den Puiseauxplatz verschönern will, braucht Kraft: Dr. Elke Spahn von der Firma Gravitech und Heike Spahn von der gleichnamigen Bäckerei wuchteten einen von zwölf Blumenkübeln vor den früheren Schlecker-Markt.

Nieder-Roden - Der Verein „Mein Nieder-Roden“ möbelt den Puiseauxplatz auf. Sponsoren finanzieren Blumenkübel - doch dieser ersten Verschönerungsaktion sollen noch viele weitere folgen.

Der Puiseauxplatz ist am Wochenende ein Stückchen grüner geworden. Der Verein „Mein Nieder-Roden“ hat eine Verschönerungsaktion mit einem Dutzend Blumenkübeln auf die Beine gestellt. Und dabei zunächst einmal ordentlich Geld in die Hand genommen, denn pro bepflanztem Gefäß wurden 190 Euro fällig. Doch Stephanie und Günter Blum und ihre Mitstreiter von der Stadtteil-Initiative bleiben nicht auf den Kosten sitzen. Sie haben - überwiegend in der Nieder-Röder Geschäftswelt - Sponsoren gesucht, die Patenschaften übernehmen. Das Los entschied, wer sich um welchen Kübel kümmern darf. Lorbeer, Buchs & Co. wollen gegossen und gepflegt werden.

„Der große Anklang zeigt die im größten Rodgauer Stadtteil vorhandene Bereitschaft, etwas aus privater Hand, sozusagen von Bürger zu Bürger, zu bewegen“, sagt Stephanie Blum. „Das Betteln war kinderleicht, jeder sagte sofort zu!“ Kosmetikerin Sylvia Schmidts hatte den Anfang gemacht, dann meldete sich ein Pate nach dem anderen.

Die Stadt steht einer Aufwertung des Puiseauxplatzes durchaus positiv gegenüber - sofern"s die öffentliche Hand weder Geld noch Mühe kostet. Seit vier Monaten wartet „Mein Nieder-Roden“ nach Auskunft seiner Vorsitzenden auf die Klärung der Versicherungsfrage. Solange dürfen die Kübel nicht auf öffentlichen Plätzen stehen, sondern zieren die Eingänge von Geschäften. Pflanzenexperte Manfred Beckmann, der auch einen Kübel sponsort, erklärte seinen Mit-Verschönerern, was das Grün gedeihen lässt.

Weinfest am Puiseauxplatz

Weinfest am Puiseauxplatz

„Nur Meckern ist nichts, man muss auch was machen“, umschreibt Günter Blum das nicht immer einfache Verhältnis zwischen Stadt und „Mein Nieder-Roden“. Der Verein will zeigen, wie man den Puiseauxplatz mit einfachen Mitteln und ohne viel Geld aufpeppen kann. Die Blumenkübel sollen ein erster Schritt sein, Bänke könnten folgen. Im Herbst möchte Günter Blum den Graffitis rund um den „Brunnen der Jugend“ mit Dampfstrahler und Bürste zuleibe rücken. Mitmacher und Nachahmer sind „Mein Nieder-Roden“ willkommen.

Auch wenn sich die Stadt zum Bedauern des Vereins bisher vornehm zurückhält, leistet sie doch schon einen kleinen Beitrag zur Verschönerung des Puiseauxplatzes. Das Wasser, mit dem die Sponsoren ihre Pflanzen gießen, kommt aus dem „Brunnen der Jugend“. Stephanie Blum hat daheim getestet, ob sich privates Grün und öffentliches Nass vertragen. Sie tun's.

Quelle: op-online.de

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