Puiseauxplatzes in Nieder-Roden

Kunst verschönert triste Fassaden

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Digitale Fotokunst (hier eine Rose) soll die Fassade der Post (im Hintergrund) verschönern. Miteigentümerin Margit Müller-Ollech ist von dem Projekt „Freiluftgalerie Puiseauxplatz“ des Künstlers Karl-Heinz Kalbhenn überzeugt.

Nieder-Roden - Vom Sorgenkind zum Musterknaben? Vielleicht ist dem Puiseauxplatz in Nieder-Roden tatsächlich diese verblüffende Karriere beschieden. Zumindest beenden Privatleute derzeit mit guten Ideen das triste architektonische Einerlei. Von Bernhard Pelka 

Erst vor zehn Tagen hübschte das „Citymarketing Nieder-Roden“ Schaufenster leer stehender Läden auf. Jetzt setzt die Kunst noch eins drauf. Foto-Künstler Karl-Heinz Kalbhenn macht aus dem Platz eine Freiluft-Galerie. Die Idee des Kulturpreisträgers ist so einfach wie effektiv: Kalbhenn verschönert Fassaden mit großflächigen Bildern. Erste Motive - digital nachbearbeitete Rosenblüten - werden am Wochenende an der Post angebracht.

Die Grundstücksgemeinschaft Dr. Ewald Müller und Margit Müller-Ollech gibt gerne die Initialunterstützung für das open-air-Projekt. Die Idee zur Schaffung optischer und künstlerischer Besonderheiten rund um den Puiseauxplatz begrüßen beide sehr. „Herr Kalbhenn hat mich angesprochen. Ich fand sein Konzept sofort gut“, sagt Margit Müller-Ollech. Die Post war 1976 das erste Gebäude auf dem damals neu gebauten Platz. Unterstützung beim Anbringen der Bilder erhält Künstler Kalbhenn vom Malerbetrieb Maik Wolny, der ihm ein Gerüst zur Verfügung stellt.

Da weitere Besitzer von Immobilien bereits Interesse angemeldet haben, steht einem Erfolg der Kunstaktion nichts mehr im Weg. Am 1. Juni, 11 bis 18 Uhr, steht Kalbhenn auf dem Puiseauxplatz beim verkaufsoffenen Sonntag zu Gesprächen über seine Idee bereit. Bis dahin sucht er noch Künstler, die eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen und sich ebenfalls auf das Abenteuer open-air einlassen. Da die Ausstellung öffentlich und jederzeit zugänglich ist, erschließt sich die Kunst einem breiten Publikum. Die interessierten Künstler können sich mit abstrakten geometrischen Motiven oder mit Gemälden (zum Beispiel Motive aus der Natur, dem mediterranen Bereich, Motiven von Großstädten in Europa) in die Aktion auf dem Puiseauxplatz einbringen. Die Bilder werden dann für zwei Jahre dort an den Fassaden hängen. Danach werden die Flächen an andere Künstler neu vergeben.

Kunstaustellung „Rodgauer Art 12“

Kunstaustellung „Rodgauer Art 12“

Künstler, die am Projekt interessiert sind, können unter der E-Mail-Adresse rodgau@open-air-galerie.eu die Teilnahmebedingungen anfordern. Auch Eigentümer und Eigentümergemeinschaften sowie deren Hausverwaltungen rund um den Puiseauxplatz, die mit ihrer Wohnanlage das Projekt unterstützen wollen, können sich unter dieser Adresse anmelden. Das gilt auch für Personen, die als Sponsoren oder Paten des ehrgeizigen Projekts auftreten möchten.

Kalbhenn ist zuversichtlich: „Die Verwirklichung des Kunstprojekts open-air-Galerie eröffnet dem seit Jahren vernachlässigten Platz schöne Entwicklungschancen. Das äußere Erscheinungsbild könnte eine enorme Wandlung zum Positiven nehmen und dazu beigetragen, dass der bisher nicht gerade attraktive Puiseauxplatz wieder mehr Zuspruch bei den Bewohnern findet und wieder Anziehungspunkt wird.“

Quelle: op-online.de

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