Radost Bokel

Momo lebt in Rodgau

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Als Momo begeisterte Radost Bokel Millionen.

Jügesheim - Für die Hauptrolle als Momo im Bestseller von Michael Ende erhielt Radost Bokel 1986 den Bambi. Danach spielte sie in weiteren Filmen und Fernsehproduktionen. Die Dreharbeiten führten in viele Länder. Nun wohnt sie in Rodgau. Von Bernhard Pelka

Nach rastlosen Jahren des Reisens sucht die heute 37-Jährige Radost Bokel einen Ruhepol in ihrem Leben. Den hat sie jetzt in Jügesheim gefunden. Dort lebt sie seit einigen Wochen mit Sohn Tyler Junior. Ihre Mutter Birgit wohnt ganz in der Nähe. Sobald die auch aus dem RTL-Dschungel-Camp bekannte Schauspielerin wieder dreht, kommt der Dreijährige zur Oma.

Rodgau ist Radost Bokel nicht unbekannt. Der Stadtteil Nieder-Roden war 1980 die erste Station in der Bundesrepublik, als die damals Fünfjährige zusammen mit ihrer Mutter und Bruder Florian aus der DDR in den Westen ausreiste. „Wir hatten hier familiäre Beziehungen.“ Viele Erinnerungen sind von den sechs Wochen Aufenthalt in Rodgau freilich nicht hängen geblieben. „Ich hatte eine Arbeit in Frankfurt und die Zugverbindung war so schlecht. Also bin ich mit den Kindern schnell nach Frankfurt gezogen“, erläutert Birgit Bokel.

Die Liebe zur Natur

Die Schauspielerin Radost Bokel fühlt sich in ihrer neuen Heimat Jügesheim schon sehr wohl. Auch das Rodgau-T-Shirt in Schwarz würde ihr sicher gut stehen.

Das ländliche Leben in ihrer neuen (alten) Heimat schätzt Radost Bokel gleichwohl. „Die Liebe zur Natur ist mir im Herzen geblieben. In meiner Kindheit habe ich mit meinem Bruder viel im Frankfurter Stadtwald gespielt. Ich mag das Landleben sehr.“ Vom letzten Wohnsitz in den USA ins beschauliche Rodgau: ist das nicht der Karriere abträglich? „Auf keinen Fall“, meint die Schauspielerin. „Man ist in 15 Minuten auf dem Flughafen und damit am Tor zur Welt.“ Schon nach wenigen Wochen hat der frühere Kinderstar in Jügesheim Fuß gefasst. Sohn Tyler Junior besucht die Kita und hat dort seine erste Freundin gefunden. Der fußballbegeisterte Kleine war auch bereits bei der TGS zu einen spielerischen Probetraining. „Wir haben das tolle Stadion beim Spaziergang mit meinen Hunden entdeckt.“

Einen Reitstall sucht Radost Bokel hingegen noch. „Ich will unbedingt wieder aufs Pferd.“ Diese Vorliebe kommt nicht von ungefähr. Im Sommer spielte die prominente TV-Größe bei den Karl-May-Festspielen im sauerländischen Elspe 59-mal Winnetous Schwester Nscho-tschi und galoppierte wild durch die Arena - was anfangs gar nicht so einfach war, sondern viel Überwindung kostete. „Ich hatte regelrecht Angst vor dem Pferd. Das hat sich dann mit der Zeit ins genaue Gegenteil verkehrt. Es war traumhaft. Jetzt will ich auf jeden Fall wieder reiten.“

Auch wird die Neu-Rodgauerin die Schauspielerei natürlich nicht aus den Augen verlieren. „Für nächstes Jahr plane ich ein Theaterprojekt.“ Jetzt soll allerdings zunächst einmal Ruhe einkehren. Weihnachten wird im engsten Familienkreis gefeiert. Dann kommt auch Tyler Juniors Vater, der Soulmusiker Tyler Woods, aus den USA nach Jügesheim. „Er arbeitet in New York gerade an einem neuen Album. Aber Weihnachten ist die Familie Nummer eins“, freut sich Radost Bokel schon heute auf ein friedliches Fest.

Quelle: op-online.de

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