Radweg nicht durchs Vogelbiotop

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Ausgebauter Feldweg oder abgetrennter Mehr zweck strei fen? Der gewünschte Radweg (grüne Linie) an der L 3097 muss einen Engpass am Wäldchen (rote Linie) überwinden.

Rodgau/Rödermark - (eh) Einen neuen Fahrradweg entlang der Landesstraße 3097 zwischen Rollwald und Ober-Roden fordert der Naturschutzbund (Nabu) Rodgau im Rahmen der geplanten Erneuerung der L 3097. Bisher führen Wege mitten durchs Naturschutzgebiet Rodauwiesen, das zwischen Landstraße und S-Bahn liegt.

In Briefen an die Magistrate der Städte Rodgau und Rödermark verweist der Nabu auf seine Stellungnahme von 2007 zum Regionalplan Südhessen. Der Verein sieht den Ausbau des Feldwegs zwischen Rollwald und dem Aussiedlerhof Gaubatz entlang der Landstraße als bessere Alternative an. Dieser könne als Wirtschafts- und Radweg bis zur S-Bahn-Station Rollwald fortgeführt werden. „Die vorgeschlagene Strecke hat eine Länge von etwa 1,1 Kilometer und würde einen idealen Lückenschluss zu den bestehenden Radwegeverbindungen nach Ober-Roden darstellen“, so der Naturschutzbund.

Eine erste Reaktion auf den Brief der Naturschützer: Die CDU-Fraktionen beider Städte wollen sich morgen, Freitag, die Situation vor Ort ansehen. „Die direkte Verbindung ist die schnellste und für die beteiligten Städte die preisgünstigste“, meint Rodgaus CDU-Fraktionschef Clemens Jäger.

Erste Stadträtin Hildegard Ripper hatte im Mai in einem Brief an den hessischen Verkehrsminister Dieter Posch angeregt, bei der Fahrbahnsanierung im Rahmen des Konjunkturprogramms auch gleich den begleitenden Radweg auszubauen. Auf eine Antwort wartet sie noch. „Wir sind offen für jede Lösung“, sagte die Stadträtin gegenüber unserer Zeitung. Sie müsse aber auf jeden Fall verkehrssicher sein.

Eine preiswerte Alternative zum Neubau eines Fahrradwegs hat Rippers Rödermark-Kollege Alexander Sturm ins Gespräch gebracht: Er schlägt vor, den Mehrzweckstreifen der L 3097 mit einer Leitplanke von der Fahrbahn abzutrennen. Zudem plant die Stadt Rödermark eine Querungshilfe über die Landesstraße an der Einmündung des Neubaugebiets Karnweg.

Egal ob ausgebauter Feldweg oder abgetrennter Mehrzweckstreifen: Aus Sicht des Naturschutzbundes ist ein Fahrradweg entlang der Landstraße „die einzig sinnvolle Lösung“, wie Vorstandsmitglied Josef Lach sagt: „Wir wollen verhindern, dass der Radweg mitten durch das Naturschutzgebiet Rodau-Wiesen führt.“ Die Route durchs Vogelbiotop sei offenbar am grünen Tisch festgelegt worden: „Da hat wieder mal kein Mensch vor Ort nachgeschaut“, vermutet Lach, der in dem Gebiet außer Schwarzkehlchen und Sumpfrohrsänger schon viele seltene Vogelarten beobachtet hat.

Der Radroutenplaner des hessischen Verkehrsministeriums im Internet berücksichtigt die Wünsche der Naturschützer schon jetzt: Als kürzeste Verbindung zwischen Nieder-Roden und Ober-Roden empfiehlt er nicht den Weg durch die Natur, sondern die Landesstraße.

Quelle: op-online.de

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