Hundehasser unterwegs

Rasierklingen in der Fleischwurst

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Bei der Polizei in Dudenhofen wurde der makabere Köder vorsichtig zerlegt, um die Beweismittel zu sichern. Gut zu erkennen ist auf dem Foto, das uns die Polizei freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, die zerkleinerte Rasierklinge in der Wurst.

Jügesheim - Es sollte ein Spaziergang mit dem Hund werden wie jeden Tag. Doch was Petra U. (Name von der Redaktion geändert) bei herrlichem Sonnenschein im Feld entdeckte, ließ die Frau entsetzt zusammenfahren: einen Fleischwurstköder - gespickt mit zerkleinerten Rasierklingen. Von Bernhard Pelka

Der Fundort liegt zwischen dem Waldrand und dem Maingau-Energie-Stadion. Dort tummeln sich nicht nur Freiluftsportler, Spaziergänger und Radfahrer, sondern auch Gassigeher. Der grausame Köder lag neben dem Weg am Rand der Wiese. Offenbar legt es ein irrer Hundehasser darauf an, dass die Tiere qualvoll verenden. Hängt der Vorfall mit dem Beginn der Leinenpflicht zusammen? Will ein Tier-Feind sich für eine unliebsame Begegnung mit einem Hund rächen? Petra U. ist jedenfalls entsetzt und hat Angst um ihren geliebten Begleiter: „Schlimm, dass es solche Menschen gibt.“

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„Der Täter muss krank sein“, vermutet Revierförster Axel Brauer. Er hat gestern durch einen Anruf unserer Zeitung von dem Vorfall erfahren. Auch die städtische Ordnungsbehörde und die Polizei befassen sich damit. Zusammen mit der Hundehalterin suchte ein Ordnungspolizist das Gelände nach weiteren Ködern ab - ohne Erfolg. Das einzige Beweisstück wurde im Polizeiposten Dudenhofen vorsichtig zerlegt, um die Tatwerkzeuge - die Splitter - zu sichern. Anzeige gegen Unbekannt ist erstattet worden. Zeugen melden sich bei der Kripo (068/8098-1234).

Derweil macht der Fall die Runde. Und schon mischen sich Halbwahrheiten, Phantasie und zurückliegende, ähnliche Fälle zu einer trüben und scheinbrisanten Nachrichtenlage. Da heißt es etwa, auch ein jämmerlich verbluteter Fuchs sei gefunden worden. Revierförster Brauer weiß zwar von einem angeblich verendeten Fuchs - nur liegt der Vorfall gut drei Wochen zurück. Brutale Realität sind hingegen ähnliche Vorkommnisse in Nidderau und Langenselbold. Auch dort wurde die Polizei dieser Tage nach Köder-Attacken aktiv.

Quelle: op-online.de

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