Das Rathaus kommt nachhause

Rodgau (bp) ‐ Die Stadt krempelt das Bürgerbüro um und erweitert dessen Service beträchtlich. Nicht nur an eine Ausweitung der Öffnungszeiten wird gedacht, sondern auch an ein ganz neues und größeres Leistungsangebot.

Es soll in Einzelfällen sogar einen mobilen Bürgerservice für Menschen mit Behinderung geben. Ein Mitarbeiter kommt zu ihnen nach Hause, um Amtsgeschäfte dort zu erledigen. Um auszuoten, welche Dienstleistungen die Bürger wirklich wollen und wie eine Odyssee durch Amtsstuben verhindert werden kann, wurde im Rathaus die „Arbeitsgemeinschaft  Bürgerbüro / Bürgerservice“ gebildet. Bis 31. Oktober soll sie in Abstimmung mit der Personalvertretung das neue Leistungsprofil des Bürgerbüros festlegen. Das berichteten gestern Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Stadtrat Michael Schüßler im Rathaus.

Eng verbunden ist das neue Konzept mit der Zukunft der fünf Anlaufstellen. Die Stadt bietet diese den Rodgauern bisher zusätzlich zum Rathaus als Servicestationen an. Die Anlaufstellen hatten eigentlich schon im Sommer geschlossen werden sollen. Die Stadt verschiebt dies nun auf 31. Oktober.

Das Bürgerbüro im Rathaus ist bisher Montag bis Mittwoch von 8 bis 18 Uhr, donnerstags bis 19 und freitags bis 13 Uhr geöffnet.

Schüßler sagt, die Anlaufstellen wären zuletzt immer spärlicher genutzt worden. Dort fehle zum Beispiel moderne Technik für Kartenvorbestellungen. Auch den Anforderungen bei Ausstellung des künftigen Bundespersonalausweises sei die PC-Ausstattung der Außenstellen nicht gewachsen. Diese teure Infrastruktur aber sechsmal vorzuhalten (Rathaus plus fünf Anlaufstellen) sei unwirtschaftlich. Überdies sei etwa das Außenbüro in Nieder-Roden nicht barrierefrei und für Behinderte deshalb kaum zugänglich. Es gehe bei der Neukonzeption des Bürgerbüros darum, dessen Angebot so auszurichten und zu verbessern, „dass die Bürger möglichst mit einem einzigen Besuch schon beim Erstkontakt ihr Anliegen erledigen können“.

Womöglich würden deshalb „Aufgaben aus den Fachämtern ins Bürgerbüro verlagert“, um den Kunden unnötige Lauferei zu ersparen. Schüßler nannte als Beispiel Gewerbeanmeldungen. Zugleich solle das neue Bürgerbüro als Lotse durch die Verwaltung dienen. Bürgermeister Hoffmann zeigte sich zuversichtlich, dass die Neuerung für die Bürger nur Vorteile bringen werde. Es gehe nicht darum, den Service einzuschränken, sondern diesen noch auszuweiten.

Quelle: op-online.de

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